Steinfabrikareal: Neue Pläne?

Manuel Pestalozzi
10. September 2020
Nächster Anlauf: Am Ufer soll neu gebaut werden. (Foto: Jules Vogt, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv)

Zum letzten Mal berichteten wir 2017 über das idyllisch gelegene Areal am oberen Zürichsee bei Pfäffikon (SZ). Seit fast 30 Jahren wird nahezu durchgängig über seine Zukunft gestritten. Aktuell scheint eine neue Machbarkeitsstudie in Planung.

In den 1990er-Jahren war der SIA-Wettbewerb zur Gestaltung des Steinfabrikareals am Zürichsee mit Dutzenden von teilnehmenden Büros eine vielbeachtete Planungsaufgabe. Sie hatte zeitgemässes Wohnen an einem idyllischen, geschichtsbehafteten und gut erschlossenen Uferbereich zum Ziel. Was vorher und nachher geschah, wird in einer Online-Chronik geschildert. Man liest dort von Volksbefragungen, Beschwerden, Gutachten und Gerichtsentscheiden. Im Zentrum der Ereignisse befindet sich die Korporation Pfäffikon, historisch eine Dorf- und Markgenossenschaft, heute gemäss ihrer Website ein «erfolgreiches Unternehmen mit vielfältiger Ausrichtung». Sie kaufte nach dem Wettbewerb das Grundstück der Steinfabrik Zürichsee AG dem damaligen Eigentümer Thomas Schmidheiny ab und verwickelte sich intern bald in einen langwierigen Disput um die Vergabe des Baurechts an den Korporationspräsidenten.

Ein «Meilenstein» in der Geschichte wurde 2017 mit einem Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) zu einem Überbauungsplan gesetzt. Dieser stehe in grundsätzlichem Widerspruch zu den hohen Zielen des Ortsbild-, Landschafts- und Moorschutzes, die am Standort, bekannt als Frauenwinkel, gelten würden, urteilte das Gremium. Das Gutachten habe auf nationaler Ebene annähernd das Gewicht eines vorgezogenen Richterspruchs, schrieben wir damals unter Bezug auf einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung.

Nachdem sich die Korporation von diesem Schock erholt hatte, verkaufte sie das Areal vor einigen Monaten an eine Privatperson. Für das Projekt ist jetzt die Peikert Immobilien AG in Zug zuständig. Diese Informationen sind einem Communiqué des Schwyzer Heimatschutzes zu entnehmen. Dieser wurde im April dieses Jahres eingeladen, sich am Begleitgremium einer Machbarkeitsstudie zu beteiligen, welche zur «Klärung des Wettbewerbsprogramms» dienen soll. Der Schwyzer Heimatschutz lehnte dies mit dem Hinweis ab, dass die «Vorgaben gegeben» seien, wobei er auf das ENHK-Gutachten von 2017 verwies. Gemäss der Website der Peikert Immobilien AG soll das rund 51'000 Quadratmeter grosse Steinfabrikareal «für Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe gemäss speziellen Planungs- und Bauvorschriften umgenutzt werden». Weitere Auseinandersetzungen um die Zukunft des Geländes sind zu erwarten.

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