Time-Lapse

Manuel Pestalozzi
2. April 2018
Bild: earthcam.com

Aufschiessende Hochbauten in Zeitraffer - wir sind uns das mittlerweile gewohnt. Time-Lapse-Filmchen gehören bei Grossprojekten schon fast zum guten Ton. Wie war das eigentlich früher? EarthCam meldete gestern eine Sensation.

Selbst für heutige Verhältnisse war die Bauzeit atemberaubend schnell: Im Januar 1930 begannen die Arbeiten am Fundament des Empire State Building, am 1. Mai 1931 fand die feierliche Einweihung des bis 1972 höchsten Gebäudes der Welt statt. Zahlreiche Fotos und Filme dokumentierten den Baufortschritt dieses Wunderwerks, das mitten in der Weltwirtschaftskrise entstand.
 
EarthCam, die sich Marktführerin von Timpe Lapse-Animationen nennt, hat Pressevertreter wissen lassen, dass sie ein frühes Exemplar dieser Art der Dokmentierung ausgegraben und restauriert habe. Und sie stellte das Filmchen auch gleich online.

Bild: earthcam.com

Nun, die meisten werden wohl schnell gemerkt haben, dass sie sich einem österlichen Aprilscherz gegenüber finden. Allerdings wäre die Entdeckung ein solchen Produkts nicht vollkommen unwahrscheinlich. Es ist davon auszugehen, dass es damals in New York verschiedene Standorte gab, von denen man das Emporwachsen des Turms mit sporadischen Aufnahmen hätte verfolgen können. Und die Stop Motion-Technik war schon Ende des 19. Jahrhunderts bekannt und wurde durch Georges Méliès ab 1896 erstmals angewandt.
 
Der schön aufgemachte Scherz ist es ein netter Hinweis auf die Möglichkeiten des Mediums Film und die Art und Weise, in der es unsere Wahrhnehmung erweitert und uns neue, aufregende Einsichten anbietet.

Ein bisschen Geschichtskitterung darf für einmal sein. Das Team von EarthCam stellte auch ihr Talent beim Nachhelfen unter Beweis. Bild: earthcam.com

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