Verschoben: Architekturbiennale erst 2021

John Hill, Katinka Corts
19. Mai 2020
In den Giardini während der Architekturbiennale des Jahres 2018 (Foto: John Hill © World-Architects)

Gestern wurde entschieden: Die 17. Architekturbiennale von Venedig wird um ein volles Jahr verschoben. Sie findet vom 22. Mai bis zum 21. November 2021 statt.

Nachdem die Corona-Pandemie im Frühjahr Europa erreichte und Italien bald mit voller Wucht traf, haben die Verantwortlichen der venezianischen Architekturbiennale deren Eröffnungstermin von Mai zunächst auf August 2020 verschoben. Damals schien die dreimonatige Verzögerung haltbar, in den vergangenen Monaten hat das Virus jedoch eine Vielzahl an Grossereignissen aus dem Kalender getilgt und die Möglichkeit einer Eröffnung im August immer unwahrscheinlicher gemacht. Australien zog unlängst gar seinen Beitrag aus Sicherheitsbedenken gänzlich zurück. Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung der Biennale-Organisatoren leider bereits zu erwarten.

Die 17. Architekturbiennale von Venedig soll neu vom 22. Mai bis zum 21. November 2021 geöffnet sein. Da dieser Termin mit der ebenfalls biennalen Kunstausstellung kollidiert, verschiebt sich jene auf das Jahr 2022 (23. April bis 27. November).

Nicht zu schultern

Momentan sei es unmöglich, innerhalb der festgelegten Fristen eine solch aufwendige Ausstellung zu organisieren, da durch den aktuellen Gesundheitsnotfall eine Reihe objektiver Schwierigkeiten bestehen bliebe, liest man in der Pressemitteilung der Biennale. Und weiter: «Die bisherige Situation hat die Realisierung der Ausstellung in ihrer Gesamtheit definitiv beeinträchtigt und den Transport sowie die Präsenz der Werke und damit die Qualität der Ausstellung selbst gefährdet. Nach Rücksprache mit dem Kurator Hashim Sarkis und unter Berücksichtigung der Probleme, mit denen die eingeladenen Architekten, teilnehmenden Länder, Institutionen und Nebenveranstaltungen konfrontiert sind, hat sich die Biennale daher entschlossen, den Eröffnungstermin zu verschieben und ihre Dauer auf die üblichen sechs Monate anzusetzen.»

Zeit zum Reflektieren?

Hashim Sarkis selbst sagte, die Teilnehmer*innen hätten nun die Möglichkeit, die Corona-Pandemie für ihre Beiträge zu reflektieren und diese entsprechend umzuarbeiten. Es ist dies gewiss eine optimistische Lesart der Ereignisse, wie realistisch eine Anpassung Beiträge jedoch ist, sei dahingestellt.

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