Zehn Meilensteine

 Inge Beckel
18. April 2016
Kunst am Bau in der Siedlung der Langston Terrace in Washington, 1938. Bild: pbs.org.
«10 that changed America», nennt Geoffrey Baer aus Chicago seine vier Reihen zu zentralen Werken der Architektur und des Städtebaus in den USA. Wer etwas Zeit und Musse hat, dem seien die zehn Ausgewählten in der Serie der Wohnbauten empfohlen.
Die Reihe fängt früh an. Die erste gezeigte Siedlung ist Taos Pueblo in New Mexico aus dem 15. Jahrhundert. Ein Komplex ganz aus geschichtetem Lehm, bis zu fünf Geschossen hoch. Über Luken im Dach betritt man die Wohnräume. Böden, Wände, Decken sind allesamt Klimaspeicher, sodass die Raumtemperaturen trotz enormer Kälte im Winter und Hitze im Sommer generell im angenehmen Bereich bleiben. Das zweite Hausporträt gilt Thomas Jefferson Monticello von 1809. Nach dem englischen Einfluss griff Jefferson auf Andrea Palladio und römische Vorbilder zurück. Dann folgt das Lyndhurst-Schloss in Tarrytown ausserhalb von New York City von 1841. Nach der Renaissance nunmehr wieder von der Gotik inspiriert.
 
Interessant ist Passage zu den Tenements der City von New York aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es waren jene damals regelrecht überfüllten Zimmer und Kleinstwohnungen in den unzähligen Grossstadt-Blocks, die die Abertausenden Einwanderer, ihre Angehörigen und Nachzügler aufnehmen mussten. Anfänglich unter teils schlimmsten wohnhygienischen Umständen. Heute, mit weniger Bewohnern und modernem Standard, sind sie zu beliebten Bleiben avanciert. Nach dem Gamble House in Pasadena, Los Angeles, der Gebrüder Greene & Greene von 1908 folgt die Siedlung Langston Terrace in Washington aus den späten 1930er-Jahren. Dieser gemeinnützige Wohnungsbau genügte den modernen Forderungen und war bei Bewohnerinnen und Bewohnern beliebt. Dann wird Frank Lloyd Wrights Fallingwater in Mill Run von 1937 gezeigt; gefolgt von Eames Case Study Houses respektive ihrem eigenen in Pacific Palisades, 1949. Marina City, 1962, in Chicago markiert gemäss Baer die Rückkehr der Amerikaner aus den Suburbs in die Zentren. Den Abschluss macht das Clidehouse in Novato, CA, von 2004, wo Architektin Michelle Kaufmann sinngemäss auf das nachhaltige Wissen der frühsten Siedler zurückgreift.


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Bild: pbs.org.

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