Zeit gewonnen

1. Februar 2018
Bild zur kommenden Ausstellung «Dichtelust». Foto: Stauffenegger + Stutz, Basel
Trotz Budgetkürzungen von Seiten des Bundes ist die unmittelbare Zukunft des Schweizerischen Architekturmuseums (S AM) gesichert.
Im Sommer wurde die Schweizer Architekturszene durch die Meldung erschüttert, dass das Bundesamt für Kultur (BAK) das Schweizerische Architekturmuseum (S AM) ab 2019 nicht mehr mit 300’000 Franken unterstützt. Wir haben berichtet.

Nun lud das S AM zur Jahresmedienkonferenz, wo ein entspannter Stiftungsratspräsident (Samuel Schultze) und ein positiver Andreas Ruby über die Zukunft des Museums informierten: Es gelang dem S AM, eine finanzielle Übergangslösung zu finden, die ihm ein Fortbestehen für die nächsten vier Jahre sichert. Dank eines Legats in unbestimmter Höhe, über das gut Baslerisch nicht näher gesprochen wird, hat der Stiftungsrat Ende 2017 entschieden, die eigenen Reserven vorübergehend als Defizitgarantie zur Verfügung zu stellen. Ohne das Legat hätte man «ernsthafte Probleme» bescheinigte Schultze und betonte, dass man damit nur Zeit gewonnen habe, denn die langfristige Finanzierung sei nicht gesichert. Zur Zeit ist das S AM mit dem Kanton Basel-Stadt in Verhandlung über die weitere finanzielle Unterstützung und freut sich darüber, dass es in der Basler Museumsstrategie verankert worden ist. Neu wird man auch die Unterstützung von Industriepartnern suchen (müssen), ausserdem amtet seit Beginn des neuen Jahres Michelle Thüring als Managing Director. Die Kulturmanagerin soll unter anderem für die Drittmittelbeschaffung und die Vermarktung des Museums zuständig sein – und wird dem Direktor Andreas Ruby den Rücken freihalten, damit er sich nicht nur um die Finanzierung seines Museums, sondern auch um die Ausstellungen kümmern kann, wie er das seit seinem Amtsantritt erfolgreich tut.

Das S AM freut sich über die letztjährige Besucherzahl von rund 30’000 Personen und will aber 2018 mit einem hochstehenden Programm überzeugen. Nach «Bengal Stream» (verlängert bis 24.6.2018) erlaubt die Installation «Portrait of a Landscape» des Künstlers Pierre Philippe Hofmann (7.7. bis 16.9.2018) die Wahrnehmung des Raums Schweiz aus ungewohnter Perspektive. Es folgt die Schau «Transform» (29.9. bis 4.11.2018) und die mit Unterstützung des Bau- und Verkehrsdepartementes des Kanton Basel-Stadt entwickelte Ausstellung «Dichtelust» (24.11.2018 bis 5/2019). Neu lanciert wird zudem ein Sommerferienprogramm für Kinder.

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