Zentrum Papiermühle – neue Bauten für Ittigen

Manuel Pestalozzi
23. Mai 2022
Der Bauplatz weist einen Höhenversatz auf. Das Team von E2A hat diesen bei der Gestaltung eines Hochhauses als Teil des Zentrums Papiermühle ausgenutzt. (Visualisierung © E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten)

 

Ittigen liegt im engen, tiefen Tal der Worblen. Schon im Mittelalter war die Gemeinde bekannt für ihre Papiermühlen und die Pulverstampfe. Das heutige Quartier Papiermühle weist eine Mischnutzung auf, wobei eine einmalig hohe Dichte an Bundesämtern besteht. Es besitzt eine S-Bahn-Haltestelle, die von den Vereinigten Bern-Worb-Bahnen (VBW) bedient wird. Das Areal Zentrum Papiermühle erstreckt sich wenige Meter entfernt entlang der Worblentalstrasse. Gegenüber befindet sich der Hauptsitz des Bundesamtes für Umwelt in einem Bau von Andrea Roost aus den 1990er-Jahren. Das Areal grenzt an den Kreisverkehr, der die Papiermühle-, die Grauholz- und die Worblentalstrasse miteinander verbindet. Dieser bildet zusammen mit der erwähnten Haltestelle den Knoten Papiermühle. Die Verkehrskreuzung gilt als eine der kompliziertesten in der Agglomeration Bern. Aufgrund der geschickten Anordnung und Organisation der verschiedenen Funktionen wurde die Verkehrsanlage im Jahr 2018 übrigens mit dem Mobilitätspreis FLUX – Goldener Verkehrsknoten ausgezeichnet.

Für die Entwicklung des Areals Zentrum Papiermühle wurde bereits 2014 eine städtebauliche Lösung mit Vorgaben für die Nutzung, die Bebauung und die Erschliessung erarbeitet. Basierend darauf folgte die Anpassung der für den Ort massgebenden Planungsinstrumente. Es entstand der Richtplan ESP Ittigen-Papiermühle mit Zonenplan, Baureglement und Überbauungsordnung. 

Die Einwohnergemeinde Ittigen, die Steiner Investment Foundation und die Steiner AG führten nun einen Studienauftrag mit fünf beteiligten Teams durch. Besonderer Wert sei dabei auf die Wohnungsgrundrisse gelegt worden, so die Verantwortlichen.

 

So soll das Ensemble dereinst aussehen, das sich entlang der Worblentalstrasse erstrecken wird. (Visualisierung © E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten)

Gewonnen haben E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten im Team mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur und Schnetzer Puskas Ingenieure. Die Jury bescheinigte dem Entwurf der drei Büros eine geschickte städtebauliche Setzung. Sie verleihe dem Ort eine starke Identität mit grossen räumlichen Qualitäten und dem gewünschten Öffentlichkeitsgrad. Das Projekt wurde einstimmig zur Weiterbearbeitung empfohlen. 

Im Entwurf fassen ein Hoch- und ein Langhaus einen gut proportionierten, allseitig erschlossenen Platz, der die Topografie am Rand des Talbodens aufnimmt und eine Adressbildung für Gewerbe und Wohnen erreicht. Das überhohe Erdgeschoss verleiht dem Hochhaus, das sich an erwähntem Kreisverkehr befindet, einen selbstbewussten Auftritt. Im Inneren wird der Geländeversatz des Grundstücks architektonisch aufgegriffen. Die Fassade des Hochhauses ist klar gegliedert. Sie harmoniert mit der Holzfassade des Nachbarbaus. Der weitere Zeitplan für das Grossprojekt ist noch nicht bekannt.

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