Zur Einweihung Kapazitätserweiterung

Manuel Pestalozzi
18. September 2020
Das Terminal 2 des BER ist auf jährlich bis zu sechs Millionen Passagiere ausgelegt. (Visualisierung: ATP)

Das Warten hat ein Ende: Berlins Flughafen BER soll Ende Oktober den Betrieb aufnehmen. Eröffnet wird dann auch gleich seine Erweiterung: das Terminal 2. Nur 38 Monate vergingen zwischen Planungsbeginn und Fertigstellung, meldet das mitverantwortliche Büro ATP stolz.

Das Terminal 2 steigert die Kapazität des BER um sechs Millionen Passagiere pro Jahr. Während Stosszeiten können dort rund 2'000 Personen pro Stunde abgefertigt werden. Um diese hohe Auslastung bereits bei der Eröffnung zu gewährleisten, konzipierte ein Team aus ATP und amd.sigma strategic airport development das 23'000 Quadratmeter grosse Gebäude als «Fast Track-Projekt» mit maximal einfacher Baustruktur und Fassade. Schlanke Prozesse sowie hohe Produktivität in der Umsetzung prägten seine Entstehung. Es ist eben primär ein Zweck- und kein Repräsentativbau. Von Architekturwettbewerb hier keine Spur: Im September 2018 erhielt die Zech Group als Generalunternehmer den Auftrag, die Anlage schlüsselfertig zu errichten. Das «Modell» sei eine Lehre, die Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup aus der «Baukatastrophe» des BER gezogen hat, meldete im vergangenen Jahr der Tagesspiegel. Es sei «keine Kathedrale des Verkehrs», die habe man ja mit dem BER, so wurde damals Daldrup zitiert. «Die Anmutung orientiert sich am gehobenen Industriebau», kommentierte er das Projekt, ohne «schniekes Edelstahl oder Holz».

Das heisst indes nicht, dass der Ästhetik gar keine Beachtung geschenkt wurde. Mit Sichtbetonoberflächen und freien Raumdecken orientiert sich der Terminal 2 explizit am Industriebau. Der metallverkleidete Baukörper setzt sich so von den strengen, klassizistisch anmutenden Bauten des BER rundherum ab. Der zweigeschossige Baukörper mit drei Hallen enthält Bereiche für Check-in, Gepäckaufgabe und -ausgabe und Sicherheitskontrollen sowie Serviceeinrichtungen, Geschäfte und Gastronomie. Mit den Wartezonen im Nordflügel des Hauptterminals ist der Neubau über Brücken verbunden.

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