Zwei Museen, ein Haus

Ulf Meyer
17. November 2021
Foto © Matthieu Gafsou

Wo einst Güterzüge abgefertigt wurden, wächst in Lausanne ein Museumsquartier heran. Jetzt ist der gemeinsame Bau des Designmuseums Mudac und des auf Fotografie spezialisierten Musée de l’Elysée fertig. Die Architektur stammt von Aires Mateus.

Das Musée cantonal de design et d’arts appliqués contemporains (Mudac) ist das einzige Designmuseum in der Westschweiz. Das Haus ist auf Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren spezialisiert. Nach 110 Ausstellungen zwischen 2000 und 2017 zieht es an seinen neuen Standort auf dem Areal der Plateforme 10 in Lausanne. Im Neubau kommt besonders die Sammlung von Kunstwerken aus Glas gut zur Geltung. In der Dauerausstellung werden Schmuck, Keramik und Drucke gezeigt. Das Mudac teilt sich den Neubau mit dem Musée de l’Elysée, das auf Fotografie spezialisiert ist. Im Jahr 2015 gewann das Team von Aires Mateus aus Lissabon den Wettbewerb um die Gestaltung des Baus.

Ein umlaufender Schlitz gliedert die Fassade. (Foto © Matthieu Gafsou)
Foto © Matthieu Gafsou

Die portugiesischen Architekten schlugen mit ihrem Entwurf «One Museum, Two Museums» vor, zwei Volumen übereinander zu stapeln. Eine zentrale Treppe verbindet die Ausstellungssäle des Musée de l’Elysée mit denen des Mudac. Die gemeinsamen öffentlichen Bereiche trennen die zwei Museen in einem Haus.

Die Säle sind modular aufgebaut und können unterschiedlichen Präsentationen der Sammlungen und Wechselausstellungen angepasst werden. Die Depots und Technikräume in den Untergeschossen dienen der Erhaltung der Sammlungen, während die Büros der Verwaltung im Norden und Westen liegen. Ein umlaufender Spalt in der Fassade trennt das Mudac im oberen Teil und das Musée de l’Elysée im unteren auch gegen aussen. Die Ausstellungsflächen werden von oben belichtet. Auch schöne Blicke nach draussen eröffnet die Architektur von Manuel und Francisco Aires Mateus: Aus den Ausstellungsräumen an der Südfassade blickt man auf den Genfersee und die Berge. 

Licht- und Schattenspiel im Gebäudeinneren (Foto © Matthieu Gafsou)
Foto © Matthieu Gafsou

Der charakteristische Schlitz in der Fassade erzeuge eine «Zirkulation zwischen oben und unten und innen und aussen», sagen die Architekten selbst. «Wir wollten, dass Besucher, egal wo sie stehen, immer im Blickfeld sind und den Eindruck haben, in einem Zwischenraum zwischen innen und aussen zu sein.»

Neu ist das Mudac Nachbar zweier weiterer Museen, die sich der Kunst widmen. Direkt nebenan steht der imposante Bau des Kantonalen Kunstmuseums, den Barozzi Veiga gestaltet haben.

Axonometrie
Grundriss 2. Untergeschoss
Grundriss 1. Untergeschoss
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Pläne von oben nach unten: Südansicht, Schnitt A
Pläne von oben nach unten: Ostansicht, Schnitt B

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