Bereit zu neuem Einsatz

Martina Metzner
24. November 2020
Foto: Shard Tiles

Auch in der Keramikindustrie arbeitet man daran, Rohstoffe aus Abfällen wiederzugewinnen. Die jungen Design- und Materialforscherinnen Daria Biryukova und Lea Schücking zeigen, wie das gehen könnte. 

Daria Biryukova von Studio Mixtura aus Eindhoven arbeitet seit 2016 mit einem Industriepartner zusammen, um ihre Ideen zu nachhaltigen Keramik-Glasuren und -Fliesen marktfähig zu machen. Für die FORZ-Glaze-Glasuren verwendet sie Bodenasche, die bei Verbrennungsprozessen und der Trennung von Hausmüll gewonnen wird. Die Glasur wird bei hoher Temperatur gebrannt und ist herkömmlichen Produkten hinsichtlich Empfindlichkeit, Gesundheits- und Umweltverträglichkeit sowie Beständigkeit ebenbürtig. FORZ-Glaze kommt bereits auf vielfältigen Bauprodukten und Konsumgütern zum Einsatz – zum Beispiel auf Fliesen oder Keramikgeschirr. Hergestellt und vertrieben wird die Glasur bei Mineralz. Die Firma bereitet an zehn Standorten in den Niederlanden und in Belgien verunreinigte Böden und Mineralstoffe wieder auf. 2016 hat sie eigens eine Fabrik eröffnet, die Rostasche aus Müllverbrennungsanlagen in saubere und sichere Rohstoffe umwandeln kann.

Lea Schücking, die an der Kunsthochschule Kassel Produktdesign studiert, verwendet für ihre Fliesen ausschliesslich mineralische Abfälle. Ihre SHARDS kommen zudem ohne Farbstoffe und Bindemittel aus, was ihre Kreislauffähigkeit erhöht. Körper und Glasur bestehen aus verschiedenen Mischungen recycelter Ziegel und Gläser. Die Farben reichen von Creme-, Ocker- und Braun- über Grau- und Schwarz- bis hin zu Grün- und Türkistönen. Auch verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten von glatt bis rau sind verfügbar.

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