Distanz und Nähe

Martina Metzner
3. September 2020
Wie lässt sich der Arbeitsplatz in Pandemiezeiten elegant abschotten? (Visualisierung: Clikclax)

Neue Ideen für die Abschottung von Arbeitsplätzen haben derzeit Hochkonjunktur. Wir zeigen Ihnen vier Beispiele.

Das Coronavirus hat die Welt auf den Kopf gestellt, und noch ist die Pandemie längst nicht vorüber. Besonders stark verändert haben sich in den letzten Monaten das öffentliche Leben und die Arbeitswelt: Viele Büros stehen noch immer leer. Nach einer aktuellen Studie, die das Fraunhofer Institut zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung durchgeführt hat, haben knapp 70 Prozent der befragten 500 Unternehmen ihre Arbeitnehmer*innen ins Home-Office geschickt. 42 Prozent davon wollen die Home-Office-Regelung auch zukünftig beibehalten. Für beide Situationen – das Arbeiten im Büro wie auch zu Hause – haben sich Designer*innen und Firmen Gedanken gemacht, wie der nötige hygienische und akustische Schutz gewährleistet werden kann. Modulare Systeme, aber auch solche, die sich im Handumdrehen im Coworking Space oder Home-Office aufstellen lassen, konkurrieren miteinander. Folgend zeigen wir Ihnen vier ausgewählte Lösungen.

«DisCo» (Visualisierung: Kinzo)
«DisCo» von Kinzo

Die Berliner Innenarchitekten von Kinzo haben mit «DisCo» ein farbig-transparentes «First-Aid-Kit» entwickelt, das auf alle gängigen Tischformate und -typen passt. Zusätzlich können die «DisCos» – eine Verkürzung von «DistantCommunity» – mit akustisch wirksamen Flächen aufgerüstet werden. «DisCo» kommt in drei Längen je nach Tischgrösse, die Tiefe beträgt 80 Zentimeter, die Höhe 90.

Visualisierung: Clikclax
Clikclax

Ein ähnliches System, nur etwas verspielter, bietet das australische Label Clikclax, das seine Produkte auch nach Deutschland liefert. Nach dem Prinzip der Steckblumen für Kinder lassen sich hier die einzelnen transparenten Scheiben aus Perspex durch Schlitze zusammenstecken. Dafür gibt es spezielle Verbindungsstücke und Halterungen, ausserdem lassen sich zusätzlich Regale einbauen, um sich so einen individuellen «Arbeitskokon» zu schaffen.

«Vlinder» von Kitty de Groot und Féline (Illustration: Féline)
«Vlinder» von Kitty de Groot

«Vlinder» ist das Projekt der niederländische Designerin Kitty de Groot in Kooperation mit dem Filzspezialisten Féline. Hier wird auf Remote Work fokussiert: «Vlinder» lässt sich aufklappen, wo immer man arbeiten möchte. Dank des Gurtes kann man das System aber auch als Akustikwand aufhängen. Nach Benutzung lässt es sich einfach zusammenklappen und wegtragen. Inlet sowie Bezug gibt es in zwei Varianten: aus extradichtem, nachhaltig recyceltem PET-Filz oder aus Wollfilz in Blau- und Grüntönen. Ausgeklappt ist «Vlinder« 122 Zentimeter lang, zusammengeklappt nur 52.

«Fold-up-Workspace» (Foto: Wilkhahn)
«Fold-up-Workspace» von Wilkhahn

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Firma Wilkhahn mit ihrem «Fold-up-Workspace»: Mit dem faltbaren Tischaufsatz aus selbsttragendem Akustikflies ist fokussierte Arbeit möglich. Das Material ist pinnfähig, ausserdem lassen sich durch einen Einlass Kabel führen sowie Klemmleuchten integrieren. Der Clou: Man kann den Tischaufsatz nach vorne kippen und ihn so auf den Tisch platzieren, dass dieser zum Stehtisch wird. Den «Fold-up-Workplace» gibt es in zwei Grössen.

Andere Artikel in dieser Kategorie