Ressourcenschonende Alternative zu Gipskartonplatten

Martina Metzner
25. November 2021
Foto © iStraw

iStraw verarbeitet Abfälle aus der Getreideernte zu Trockenbau- und Dämmplatten. Bindemittel und Klebstoffe kommen dabei nicht zum Einsatz.

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Die Wiederverwendung von Baumaterialien spielt eine immer grössere Rolle. Viele Stoffe lassen sich inzwischen für eine neue Anwendung aufbereiten – so auch Stroh. So werden Trockenbauplatten aus den Abfällen der Getreideernte hergestellt. Sie können für nichtragende Trennwände verwendet oder als Dämmmaterial eingesetzt werden. Die Firma iStraw ist auf das Bauen mit Stroh spezialisiert und vertreibt die Platten in Westeuropa für den Hersteller Ekopanely aus dem tschechischen Přelouč.

Basis für die Bauplatten ist Weizenstroh. Die Elemente werden in einem Strangpressverfahren unter Einwirkung von Hitze und Druck hergestellt. Die dauerhafte, wasserfeste Verbindung der Halme untereinander entsteht dabei durch das stroheigene Lignin – weitere Bindemittel und Klebstoffe sind nicht erforderlich. Am Ende des Verfahrens wird ein hydrophobierter Recyclingkarton allseitig verleimt aufgebracht, der für eine gleichmässige Oberfläche sorgt. Putz und Fliesen können auf diesen problemlos aufgebracht werden.

Foto © iStraw

Laut iStraw sind die Wandsysteme hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften und Herstellungskosten mit einer doppelt beplankten Gipskartonwand vergleichbar. Bei der Ausführung als selbsttragende Innenwand werden die Platten zweischalig stossversetzt zueinander verschraubt. Um die grösstmögliche Aussteifungswirkung zu erzielen, empfiehlt es sich, die Platten auf eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall zu montieren oder Winkelprofile einzusetzen. Eine mineralische Putzschicht wirkt ebenfalls aussteifend. Die Platten können gesägt, gebohrt, geschraubt und gefräst werden. 

Die iStraw-Strohbauplatten sind in den Abmessungen 800 x 1200 beziehungsweise 800 x 3200 Millimeter sowie in Stärken von 38 oder 58 Millimetern erhältlich. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei 0,099 W/(mK), die Schalldämmung bei 28dB beziehungsweise 32dB. Die Feuerwiderstandsklasse wird mit DIN EN 13501–2 El 30 (F30 – feuerhemmend) ausgewiesen, das Brandverhalten mit DIN EN 13501–1 E (normal entflammbar, B2).

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