Flumserei

Beyond the Obvious

6. November 2014

Flumserei
2013

Flums SG

Auftragsart
Direktauftrag

Bauherrschaft
Innobas AG

Architektur
OOS AG, Zürich
Projektleiter: David Joho
MitarbeiterInnen: Severin Boser, Natalie Bieri, Patricia Pomés Jiménez, Hawra Esmaeil

Fotos
Frank Schwarzenbach
Michael Egloff
OOS

OOS haben kürzlich die erste Etappe der Umnutzung der ehemaligen Spinnerei Spörry in Flums fertiggestellt. Die Architekten stellen sich unseren Fragen.

Aussenansicht Spinnereigebäude

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Die riesigen leerstehenden Flächen der stillgelegten Spinnerei mussten im beschaulichen Flums einer neuen Nutzung zugeführt werden. Der Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und mit den Anforderungen des Denkmalschutzes musste mit unserem Anspruch, die neue Ära des Fabrikareals auch subtil architektonisch zu zementieren, in Einklang gebracht werden. Durch die neue Positionierung musste auch eine neue Identität geschaffen werden.

Neuer Haupteingang

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Das Areal hatte eine lange und traditionsreiche Geschichte, welche 2009 zu Ende ging. Das leerstehende Fabrikgebäude und die immensen Flächen waren sehr beeindruckend. Uns war klar, dass an diesem schwierigen Standort trotzdem oder gerade deswegen wieder innovative Ansätze angebracht und notwendig sind. Zum Beispiel basiert das Beleuchtungskonzept auf  ehemaligen Spinnkannen, die zu Leuchten umgebaut wurden.

Foyer/ Eingangsbereich

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Wirken und werken in Flums – dort, wo Pioniergeist Tradition hat – war die Ausgangslage für den Entwurf. Die Dynamik eines Areals spürbar machen, Impulse aufnehmen und Flächen frei bespielen stand im Mittelpunkt. In der Flumserei steht viel Platz zur Verfügung, um Raum neu zu denken und auch eine neue Ära einzuläuten.

Veranstaltungssaal

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Im Zentrum stand die gemeinsame und sorgfältige Angebotsentwicklung der Flumserei. Die Leitplanken wurden über die Nutzung definiert, wobei wir zum Beispiel beim «Gwelb» die komplexe Raumstruktur der früheren Lüftungsanlage als Experimentierfeld nutzten. In diesem Sinne war die Bauherrschaft sehr offen, indem sie unsere teilweise unkonventionellen Lösungsvorschläge mitunterstützte und auch grosses Vertrauen schenkte.

Innenraum Gewerbe

Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?
Aufgrund der sehr kurzen Planungs- und Realisierungszeit (10 Monate) konnten wir uns keine bedeutenden Projektänderungen leisten. Aus der vorangegangenen Testplanung konnten wir schon die essentiellen Erkenntnisse weiternehmen. Bei punktuellen Räumen wie dem Foyer oder dem Gwelb haben wir uns jedoch viel Zeit gelassen und auf eine rollende Planung gesetzt.

Gwelb (ehemalige Lüftungsräume)

Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Obwohl wir unterschiedliche Massstäbe und Typologien bearbeiten, gibt es immer wichtige Berührungspunkte, so auch bei der Flumserei. Einerseits die Auseinandersetzung mit der Gewerbe- und Büronutzung und der Neupositionierung eines Gebäudes im Markt, und andererseits die individuelle architektonische Ausarbeitung mittels kreativen Strategien und innovativem Design – beyond the obvious.

Situation
Grundriss Level 2
Schnitt

Flumserei
2013

Flums SG

Auftragsart
Direktauftrag

Bauherrschaft
Innobas AG

Architektur
OOS AG, Zürich
Projektleiter: David Joho
MitarbeiterInnen: Severin Boser, Natalie Bieri, Patricia Pomés Jiménez, Hawra Esmaeil

Fotos
Frank Schwarzenbach
Michael Egloff
OOS

Vorgestelltes Projekt

Marc-Olivier Mathez

Schule Stübenhofer Weg

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