House Peacock

House Peacock

BHSF Architekten
2. Februar 2017

House Peacock
2016

Aldeburgh, Suffolk

Nutzung
Einfamilienhaus

Auftragsart
Direkt

Bauherrschaft
Privat

Architektur
Entwurf, Ausschreibung und Ausführungsplanung: BHSF Architekten, Zürich

Fachplaner
Constant Structural Design, London

Bauleitung
Lokale Bauleitung und Beratung während der Planung: studio P architects, London

Fotos
Benedikt Redmann Photographie, Zürich

BHSF Architekten haben kürzlich ein Einfamilienhaus in Aldeburgh (GB) fertiggestellt. Benedikt Boucsein, Axel Humpert und Tim Seidel stellen sich unseren Fragen.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Für uns war das Projekt in mehrfacher Hinsicht aussergewöhnlich. Dies betrifft die Aufgabe und die geographische Distanz zu unserem Büro, vor allem aber die Auftraggeber. Die sehr kultivierten, interessierten und offenen Bauherren waren bereit, sich auf eine intensive Reise mit uns zu begeben und haben uns dabei sehr grosses Vertrauen entgegengebracht. Gerade angesichts der kulturellen Unterschiede und unserer räumlichen Distanz zum Bauplatz war dies nicht selbstverständlich.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Die Referenzen, die uns während des Entwurfsprozesses begleitet haben, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Zum einen war es der Wunsch der halbiranischen Bauherrin, Elemente ihres Elternhauses in Maschhad zu integrieren, zum anderen waren wir auf der Suche nach Referenzen, um das Gebäude in den lokalen Kontext einzubinden. Im Projekt treffen also die romantische Erinnerung an iranische Hofhäuser und der Bezug zu eingeschossigen Holzscheunen des 16. Jahrhunderts in Suffolk aufeinander. Die gesamte Anlage und Form des Gebäudeensembles, die Materialisierung, oder einzelne Elemente wie das Wasserspiel im Hof haben ihren gedanklichen Ursprung in diesen zwei, nicht ganz einfach zu vereinbarenden Welten.

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Die Nachbarschaft ist durch ihre grosszügigen freistehenden zwei- und dreigeschossigen Häuser sowie durch den sehr alten und üppigen Baum- und Heckenbestand geprägt. Fast alle Nachbargebäude liegen zurückversetzt von der Strasse, was das gewachsene Grün zur wichtigsten Charakteristik der unmittelbaren Umgebung werden lässt. Ausserdem war das Grundstück mit der Auflage verkauft worden, dass die Aussicht des Nachbarhauses im Osten nicht beeinträchtigt werden durfte. Um das sensible Gleichgewicht zwischen Gartenlandschaft und Gebäude nicht zu stören, entschieden wir uns am Ende dazu, das umfangreiche Raumprogramm auf drei eigenständige und eingeschossige Volumen zu verteilen. 

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Das Haus wurde über fast drei Jahre Planungszeit in sehr enger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft entwickelt. Es ging uns in dieser Zeit nie darum, uns selbst oder einer bestimmten architektonischen Idee ein Denkmal zu setzen. Vielmehr haben wir versucht, auf gemeinsamen Reisen mit der Bauherrschaft ein Verständnis für die Räume des neuen Zuhauses der Familie zu entwickeln. Das Ergebnis begreifen wir als eine Art Massanzug, der ihren Alltag, ihre Geschichte und ihre Interessen widerspiegelt.

Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Wir entwickeln jedes unserer Projekte von Grund auf neu. Verbunden sind sie daher vor allem über die Herangehensweise, den Bezug auf den jeweiligen Kontext und den starken Einbezug der Auftraggeber.

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?
Eine wichtige Referenz für das Projekt waren die alten eingeschossigen, vernakulären Holzscheunen der Region. Dabei handelt es sich um Holzkonstruktionen auf einfachen Steinsockeln aus unbehauenem Feuerstein. Das Holz dieser Scheunen wurde häufig geschwärzt, eine Tradition, auf die wir mit der verkohlten Lärchenholzschalung verweisen. Das für uns ungewöhnlichste Material war jedoch der Feuerstein, den man in Suffolk in all seinen Erscheinungs- und Bearbeitungsformen vor allem im Mauerwerk der Kirchen entdeckt. Die faustgrossen und rundlichen Feuersteine wurden auf der Baustelle von Hand gespalten und im Sockel zum Schutz der dahinter liegenden Holzständerkonstruktion aufgemauert. Zu Beginn wurden die vornehmlich polnischen Bauarbeiter dabei durch einen erfahrenen Handwerker aus der Region angeleitet.

Lageplan
Grundriss
Schnitte
Ansichten

House Peacock
2016

Aldeburgh, Suffolk

Nutzung
Einfamilienhaus

Auftragsart
Direkt

Bauherrschaft
Privat

Architektur
Entwurf, Ausschreibung und Ausführungsplanung: BHSF Architekten, Zürich

Fachplaner
Constant Structural Design, London

Bauleitung
Lokale Bauleitung und Beratung während der Planung: studio P architects, London

Fotos
Benedikt Redmann Photographie, Zürich

Vorgestelltes Projekt

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