Haus Baselstrasse

Mehrfamilienhaus auf Stützen

17. November 2016

Haus Baselstrasse
2016
Muttenz

Nutzung
Wohnungsbau

Auftragsart
Direktauftrag

Bauherrschaft
Privat

Architektur
Felippi Wyssen, Fabio Felippi,
Thomas Wyssen, Selina Schmid

Fachplaner
Statik: Jürg Merz
Haustechnik: Scholer & Blatter

Gesamtkosten BKP 1-5
CHF 4,25 Mio.

Gebäudekosten BKP 2
CHF 2,7 Mio.

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Baumeisterarbeiten: Gut AG Möhlin
Holzbau: Holzbau Gisin, Lauwil

Fotos
Valentin Jeck

Felippi Wyssen Architekten haben kürzlich ein Mehrfamilienhaus in Muttenz fertiggestellt. Fabio Felippi stellt sich unseren Fragen.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Da gibt es ein paar Bilder und Referenzen, welche uns im Entwicklungsprozess des Hauses begleitet haben. Bei uns stellte sich bald die Frage wie das Gebäude auf dem Boden stehen soll. Wie wird das Sockelgeschoss ausgebildet? Wie kommen das Voll- und Dachgeschoss und Sockelgeschoss zusammen? Für unser Projekt haben wir Häuser und Pfahlbauten aus verschiedenen Kulturen analysiert, die auf Stützen stehen. Bei den Dayak, einer Stammeskultur auf Borneo leben die Familien in sogenannten «Langhäusern», wunderbare Holzbauten, die vom Boden losgelöst sind. Eine Treppe führt in das Haus hoch.

Das Haus Baselstrasse entwickelt sich aus diesen Bildern weiter und erhält seine eigene Identität. So auch beim runden Fenster: Wir hatten den Gedanken oder das Bild vom runden Schlupfloch in einem Vogelhaus, aus dem man hinausblicken und die Umgebung beobachten kann. Für uns war auch wichtig, dass die Dachwohnung eine gewisse Eigenständigkeit erlangt, die sich auch nach Aussen zeigt. Für viele ist es nun das Haus mit dem runden Fenster.

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Die vorgefundene Situation war eine grosse Herausforderung. Zur Strasse hin grenzt die Parzelle an eine Fussgängerunterführung, das Grundstück selber ist zur Strasse und zu den Nachbarn abgesenkt. Die Situation war für uns der Aufhänger, ein Sockelgeschoss auszubilden über dem sich Voll- und Dachgeschoss erheben und über der gebauten Situation schweben. Entgegen dem Wunsch der Bauherrschaft eine Einstellhalle zu realisieren, haben wir die Parkplätze auf der Ostseite im Sockelgeschoss angeordnet. Das war für das Projekt ein Befreiungsschlag.

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Die Bauherrschaft war äusserst kooperativ in der Zusammenarbeit. Sie war Anspruchsvoll und hatte genaue Vorstellungen darüber, was das Haus können muss. Es entstanden gute Diskussionen, die das Projekt weitergebracht haben. Wir schätzen es, wenn die Bauherrschaft nicht immer zu allem Ja sagt und uns zum Hinterfragen gewisser Punkte anregt. Dinge werden nochmals angeschaut und überdacht, auf eine andere Weise wie wir sie zuerst gesehen haben. Bei der Materialisierung der Wohnungen gab es von uns Vorschläge wie Boden, Wand, Decke, Küchen und etc. aussehen könnten. Die Materialwahl war den Käufern aber schlussendlich freigestellt.

Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?
Mit dem Projekt haben wir im Jahr 2009 gestartet. Dies war für uns auch der Start in die Selbstständigkeit. Für uns war dieser Auftrag eine solide Basis, um mit einem eigenen Büro zu beginnen. Es sollte jedoch anders als geplant kommen. Vier Monate nach Projektstart wurde das Projekt auf Eis gelegt. Erst im Jahr 2013 wurde es wieder aktuell.

Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
Der Anspruch der Bauherrschaft war, die Bebauung und Nutzung auf der Parzelle komplett auszuschöpfen. Es sollten Geschosswohnungen werden, die sich auch für das Wohnen im Alter eignen.

Schlussendlich gaben die Grenzabstände und die zulässige Fassadenhöhe die Abmessungen des Baukörpers vor. Wir hatten also ein Gebäudeprofil in welchem wir uns bewegen konnten. Die Schwierigkeit oder der Ansporn für uns war, dass diese Bedingungen, in denen wir uns bewegen mussten, nicht zum Zwang wurden und wir uns trotzdem gewisse Freiheiten erlauben konnten. Dies geschah zum Teil auf sehr subtile Weise, wie mit dem tektonischen Spiel in der Fassade. Uns war es wichtig, die drei Geschosse auch aussen abzubilden, ohne dass dies zu Lasten der Raumflächen geht.

Dachgeschoss
Erdgeschoss
Längsschnitt
Obergeschoss
Situation

Haus Baselstrasse
2016
Muttenz

Nutzung
Wohnungsbau

Auftragsart
Direktauftrag

Bauherrschaft
Privat

Architektur
Felippi Wyssen, Fabio Felippi,
Thomas Wyssen, Selina Schmid

Fachplaner
Statik: Jürg Merz
Haustechnik: Scholer & Blatter

Gesamtkosten BKP 1-5
CHF 4,25 Mio.

Gebäudekosten BKP 2
CHF 2,7 Mio.

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Baumeisterarbeiten: Gut AG Möhlin
Holzbau: Holzbau Gisin, Lauwil

Fotos
Valentin Jeck

Vorgestelltes Projekt

Snøhetta

Lillehammer Art Museum and Lillehammer Cinema Expansion

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