Zukunftsfähig Wohnen in einem 5-geschossigem Holzhaus

Zukunftsfähig Wohnen in einem 5-geschossigem Holzhaus

Halle 58 Architekten
9. Februar 2017

Wohnüberbauung Mehrfamilienhaus Arborea
2016
Köniz, Bern

Nutzung
Mehrfamilienhaus: 21 Mietwohnungen und 1 Gemeinschaftsraum

Auftragsart
Studienauftrag, 1. Rang

Bauherrschaft
Raiffeisen Pensionskasse Genossenschaft, St. Gallen SG

Architektur
Halle 58 Architekten GmbH als GP, Bern BE, Peter Schürch; Samuel Venzin, Martina Gertsch

Fachplaner
Tschopp Ingenieure GmbH, Bern BE, Bauingenieur
Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG, Bern BE, Holzbauingenieur
BERING AG, Burgdorf BE, Elektro-Ingenieur
BeO Energie Consulting AG, Spiez BE, Haustechnik
Rüfenacht Marc Bauphysik + Energie, Bern BE, Bauphysik
Werner + Partner AG, Burgdorf BE, Geotechnik
IGL Natur Gartenbau GmbH, Bern BE, Landschaftsplaner

Bauleitung
schemaa GmbH, Bern BE

Gesamtkosten BKP 1-9
CHF 9,4 Mio.

Gebäudekosten BKP 2
CHF 8,3 Mio.

Gebäudevolumen
10’100 m3 (SIA 416)

Kubikmeterpreis
822 CHF/m3

Energiestandard
Minergie-P-Eco

Kunst am Bau Kurzbeschrieb
Rote Distanzhalterfüllungen in den Betonbindlöcher

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Holzbau: Hector Egger Holzbau AG, Langenthal BE
Heizung: Neuenschwander Neutair AG, Bern BE
Sanitär: WB AG, Bern BE
Lüftung: Stoffel Klima AG, Bern BE
Elektro: Arge Pauli Elektro / IPS AG, Bern BE

Fotos
Christine Blaser – Bildaufbau, Bern BE

Halle 58 Architekten, Bern, haben kürzlich ein Mehrfamilienhaus in Köniz fertiggestellt. Peter Schürch stellt sich unseren Fragen.

Fassade West

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Die raumhaltige Fassade erzeugt eine differenzierte Wohnadresse und Identität. Die umlaufende Filterschicht wirkt kommunikativ und distanzschaffend – sie lässt Einblicke zu und sorgt für Geborgenheit.

Dank des relativ schlanken Baukörpers laufen die Wohnungen von Fassade zu Fassade. Die Bewohner profitieren von Morgen- und Nachmittagssonne und einem attraktiven privaten Aussenraum. Für ein abwechslungsreiches Aussenraumangebot sorgt der Vorplatz auf der Laubengangseite.

Fassade Süd

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Die äussere Fassade mit einer Filterschicht aus «Bäumen», vorfabrizierte Betonstützen, war die Hauptinspiration für dieses Gebäude. Die Gegensätzlichkeit der Elemente war das zweite prägende Thema: aussen hart und organisch, innen der Holzbau weich und kubisch.

Laubengang Ost

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Die Geste ist einfach: Der umgebenden heterogenen Baustruktur wird ein schlichter, kompakter Baukörper gegenübergestellt. Das schlanke Gebäude mit seinen hellen Wohnungen soll ein Mittler zwischen diesen Strukturen sein. Das Gefälle in östlicher und nördlicher Richtung wird vom Gebäudekörper aufgenommen und mittels eines ausgebildeten Sockels thematisiert. Das gewachsene Terrain wird wenig verändert.

Attika

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Als Grundeigentümer hat die Gemeinde Köniz die Wohnnutzung mit einer Projektstudie vorbestimmt. Die Bauherrschaft Raiffeisen Pensionskasse bestimmte zusammen mit der Verwaltung Regimo Bern den aktuellen Wohnungsmix.

Kochen und Essen

Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Das Gebäude ist eine Weiterentwicklung der autobefreiten Wohnsiedlung Oberfeld in Ostermundigen, bei der die hybride Holzbauweise sowie die Filterschicht aus Laubengang und Terrassen auch prägende Elemente sind. Diese Themen wurden bei Arborea wiederum aufgegriffen und weiterentwickelt.

Fahrradabstellraum im Erdgeschoss

Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
Konzeptionelle Überlegungen führen uns zu einem Lösungsansatz, welcher die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllen. Die solare passive Nutzung der Sonnenenergie steht an erster Stelle. Die Energie wird in den Unterlagsböden, den profilierten unverkleideten Brettstapeldecken und Massivholzwänden gespeichert. Die raumhaltige Fassade ergibt eine gute Sonneneintragung in der Heizperiode und zugleich eine wirksame sommerliche Verschattung. Als aktive Elemente sind Sonnenkollektoren (45 m2) installiert und optional eine grossflächige PV-Anlage vorgesehen. Es sind nur natürliche Materialien verbaut. Das ergibt Wohnungen ohne problematische Baustoffe und mit schadstofffreier Raumluft. Das verwendete Holz stammt ausschliesslich aus der Schweiz.

Fassade Nord

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?
Der Holzbau: Die klare Gebäudestruktur ermöglicht eine ökonomische, rationelle und ressourcenschonende Holzbauweise. Unter Einhaltung der Brandschutzvorschriften 2015 sind sämtliche Tragwände des fünfgeschossigen Gebäudes in Brettschichtholz ausgeführt worden. Das Gebäude erhält aus energetischen, konstruktiven und ökonomischen Gründen eine ausgezeichnet gedämmte, lückenlose Gebäudehülle. Die betonierten Terrassen und Laubengänge sind statisch losgelöst, sind strapazierfähig und langlebig, umhüllen und schützen den weichen Kern.

Fassade Ost
Fassade Süd
Fassade West
Schnitt 1-1
Publikationsplan Erdgeschoss
Situation

Wohnüberbauung Mehrfamilienhaus Arborea
2016
Köniz, Bern

Nutzung
Mehrfamilienhaus: 21 Mietwohnungen und 1 Gemeinschaftsraum

Auftragsart
Studienauftrag, 1. Rang

Bauherrschaft
Raiffeisen Pensionskasse Genossenschaft, St. Gallen SG

Architektur
Halle 58 Architekten GmbH als GP, Bern BE, Peter Schürch; Samuel Venzin, Martina Gertsch

Fachplaner
Tschopp Ingenieure GmbH, Bern BE, Bauingenieur
Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG, Bern BE, Holzbauingenieur
BERING AG, Burgdorf BE, Elektro-Ingenieur
BeO Energie Consulting AG, Spiez BE, Haustechnik
Rüfenacht Marc Bauphysik + Energie, Bern BE, Bauphysik
Werner + Partner AG, Burgdorf BE, Geotechnik
IGL Natur Gartenbau GmbH, Bern BE, Landschaftsplaner

Bauleitung
schemaa GmbH, Bern BE

Gesamtkosten BKP 1-9
CHF 9,4 Mio.

Gebäudekosten BKP 2
CHF 8,3 Mio.

Gebäudevolumen
10’100 m3 (SIA 416)

Kubikmeterpreis
822 CHF/m3

Energiestandard
Minergie-P-Eco

Kunst am Bau Kurzbeschrieb
Rote Distanzhalterfüllungen in den Betonbindlöcher

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Holzbau: Hector Egger Holzbau AG, Langenthal BE
Heizung: Neuenschwander Neutair AG, Bern BE
Sanitär: WB AG, Bern BE
Lüftung: Stoffel Klima AG, Bern BE
Elektro: Arge Pauli Elektro / IPS AG, Bern BE

Fotos
Christine Blaser – Bildaufbau, Bern BE

Vorgestelltes Projekt

Snøhetta

Lillehammer Art Museum and Lillehammer Cinema Expansion

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