Bücher für den Sommer II

Autor:
Jenny Keller
Veröffentlicht am
Juli 17, 2014

 
Vom guten Wohnen. Vier Zürcher Hausbiografien von 1915 bis zur Gegenwart, Marie Antoinette Glaser / ETH Wohnforum – ETH Case (Hrsg.), Niggli, 2013, 232 Seiten, 165 Abbildungen und Pläne, ISBN 978-3-7212-0867-2, CHF 62.– 
Midcomfort
Lukas Imhof, langjähriger Forschungsassistent an der Professur Miroslav Šik der ETH Zürich, fasst zusammen, was bei Šik seit 1999 gelehrt wird: eine behagliche Architektur der Mitte, «midcomfort» also, die sich zusammensetzt aus dem Gelebten, Erprobten und Tradierten. Imhof zieht Parallelen zu Kunst, Literatur, Sozialwissenschaft und dem täglichen Leben, appelliert ans Masshalten und begründet seine Auffassung der idealen Architektur ökologisch, ökonomisch, historisch und ästhetisch. Dabei stellt er mehr als einfach klar, dass diese Architekturauffassung nicht als reaktionär angesehen werden sollte. Ein lesenswertes, lehrreiches und gut geschriebenes Buch, das Architekten lesen sollten und Laien gefallen dürfte.

Zitat: «Architektur kann man nicht weglegen wie ein Buch.» S. 17


Vom guten Wohnen. Vier Zürcher Hausbiografien von 1915 bis zur Gegenwart
Das Buch untersucht die Dauerhaftigkeit im Wohnungsbau, indem es Zürcher Wohnbauten portraitiert, die sich über die Jahre hinweg als «Orte des guten Wohnens bewährt haben». Nach einer etwas langen, akademischen Einführung, die die Methodik des Buches und des zugrundeliegenden Forschungsprojekts des ETH Wohnforums erläutert, folgen auf ein Interview mit dem Zürcher Direktor des Amts für Städtebau endlich die Hausbiografien: Die Kolonie Industrie I, die Siedlung Zurlinden, die Hochhäsuer Heiligfeld (beim Letzigrundstadion) und die Siedlung Grünau werden in Bild und viel Text beschrieben. Die Autorin will mit der Analyse dieser Gebäude neue Aufschlüsse über die Dauerhaftigkeit der ihnen zugrundeliegenden Konzepte geben und die «konstituierenden» Qualitäten von Architektur aufzeigen. Ein Buch, das sich nicht so leicht liest, aber einen tiefen Blick hinter die Fassade erlaubt.


Zitat: «Die Hochhäuser (Anm. gemeint ist das Heiligfeld) faszinierten insbesondere architekturinteressierte Menschen, immer wieder würden Architektinnen und Architekten nach frei werdenden Wohnungen fragen.» S. 168

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