Kunst in der Stadtentwicklung

Autor:
Katinka Corts
Veröffentlicht am
Okt. 31, 2013

Ort #1, an der Zürcher Hohlstrasse 
Ort #2, am Kasernenplatz in Luzern 
Ort #3, die Wehntalerstrasse in Zürich (Bilder: Hochschule Luzern – Design & Kunst) 
In drei Versuchsreihen, die diesen Herbst im Rahmen des KTI-Projekts «Stadt auf Achse» starten, werden in Luzern und Zürich Modelle und Projekte für die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadtquartiere erarbeitet, umgesetzt und getestet. Dabei herauskommen soll ein Tool, das künftig den Miteinbezug von Kunst in Stadtentwicklungsprozessen sowie die Durchführung von kulturellen Projekten erleichtern soll.

Im Fokus der Forschung stehen drei städtische Achsen, die infolge ihrer Mehrfachnutzung und städtischer Verdichtung als Verkehrsadern, Einkaufs-, Arbeits- oder Wohnorte und aufgrund ihrer stadträumlichen Bedeutung oft besonders sensible, emissionsbelastete und problematische Räume darstellen. Konkret sind dies die Wehntalerstrasse und die Hohlstrasse in Zürich sowie die Achse Kasernenplatz-Reussbühl in Luzern. Im Rahmen je einer Versuchsreihe werden an den drei Achsen mit Kunstschaffenden verschiedene künstlerische Formate ausgetestet und Interventionen realisiert.

Die Versuchsreihe «Carte Blanche» (Wehntalerstrasse, Zürich) sieht vor, dass ein Gremium von QuartierexpertInnen über Kunst im öffentlichen Raum diskutiert, Konzepte auswählt und über die Realisierung entscheidet. Damit wird eine institutionelle Partizipation vorgeschlagen, die eine direkte Auseinandersetzung der lokalen Bevölkerung mit der Arbeit von Kunstschaffenden vorsieht. In der Versuchsreihe «Kooperation mit Verwaltung» (Hohlstrasse, Zürich) geht es darum, Formen der Partizipation zwischen Kunstschaffenden sowie Vertreterinnen und Vertretern aus der Verwaltung auszutesten und Erkenntnisse über Potenziale einer solchen Zusammenarbeit für die Stadtentwicklung zu gewinnen. In der dritten Versuchsreihe «Spurensuche» (Kasernenplatz-Reussbühl, Luzern) steht die direkte Interaktion der Kunstschaffenden mit Teilen der Bevölkerung im Fokus. Die künstlerischen Projekte entstehen hier in enger Kooperation mit lokalen Akteuren.

Was in den drei Versuchsreihen an künstlerischen Strategien, Vorgehensweisen und Wirkungen erprobt, analysiert und evaluiert wird, dient – ergänzt durch eine Reihe von bereits realisierten Projekten, die als Referenzbeispiele beigezogen und ebenfalls ausgewertet werden – der Entwicklung eines Tools, welches nach Abschluss des Forschungsprojekts allen beteiligten Partnern und weiteren interessierten Kreisen zur Verfügung gestellt wird. Es soll den Miteinbezug von Kunst in Stadtentwicklungsprozessen sowie die Durchführung von kulturellen Projekten künftig erleichtern. kc/pd

Projekt- und Umsetzungspartner
– Hochschule Luzern
– Zürcher Hochschule der Künste, Institut für Gegenwartskunst
– Stadt Zürich, Tiefbauamt
– Stadt Luzern
– Stadt Zürich, Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum
– Heller Enterprises GmbH, Umsetzungspartner
– JRP | Ringier Kunstverlag AG, Umsetzungspartner

Öffentliche Veranstaltungen während der Durchführung der drei Versuchsreihen
– Versuchsreihe «Carte Blanche», Zürich, 13. November 2013, 17.00-19.00 Uhr, Zehntenhaus
Die Kunstschaffenden präsentieren die Projekte den Quartierbewohnerinnen und -bewohnern sowie der weiteren interessierten Öffentlichkeit. Alle sind eingeladen, mittels eines Votings ihre Präferenzen darüber abzugeben, welche zwei der fünf präsentierten Kunstprojekte realisiert werden sollen.
– Versuchsreihe «Kooperation mit Verwaltung», Zürich, März 2014
Die Kunstschaffenden präsentieren die Projekte, die sie in Kooperation mit Vertretern und Vertreterinnen der Stadtverwaltung Zürich entwickelt haben.
– Versuchsreihe «Spurensuche», Luzern, zwischen dem 13. und 29. Juni 2014
Die Kunstschaffenden präsentieren ihre mit der Bevölkerung erarbeiteten Projekte.

Informationen zu Ort und Uhrzeit der Veranstaltungen im Jahr 2014 stehen noch nicht fest.