Fingerabdrücke im Kantonsgericht Freiburg

Partner Kunst & Architektur: Implenia

Der Fingerabdruck – seit der frühesten Menschheitsgeschichte gehört er untrennbar zum schöpferischen Akt des Menschen. An Höhlenwänden aus der Jungsteinzeit ist er genauso präsent wie an archäologischen Tonerzeugnissen. Während der Kolonialzeit diente er global als Identifikationsmittel für die analphabetische Bevölkerung, und seit über 100 Jahren ist er aus der Kriminalistik gar nicht mehr wegzudenken. Nur im Alltag ist er störend: Fingerabdrücke auf Foto-Negativen, Scans oder anderweitigen Schriftstücken waren und sind noch immer unerwünscht. Selbst auf unseren Smartphones werden sie weggewischt, auch wenn ohne das Berühren des Touchscreens gar nichts mehr geht und mittlerweile die Erfassung des Fingerabdrucks der Benutzeridentifizierung dient; der Fingerabdruck selber ist jedoch lediglich in digitalisierter Version genehm.

In Freiburg hat er wieder Eintritt gefunden in den schöpferischen Prozess: Der in Zürich lebende Freiburger Künstler Fabian Marti hat seinen digitalisierten Fingerabdruck 15-fach in unterschiedlichen Dimensionen und Farben per Siebdruck direkt auf die Wände des von Kaden Architekten neu renovierten Kantonsgerichts angebracht. Zu sehen ist das Werk nur auf Anmeldung. kf

The Rise (on Walls), Fabian Marti, 2013
Kantonsgericht, Freiburg  (ehemaliges Augustiner Priorat)
Architektur: Kaden Architekten, Zürich

Autor:
Karin Frei-Rappenecker
Veröffentlicht am
Apr. 3, 2014