Gebäudeverschiebung, MFO-Gebäude Oerlikon

Oerlikon
Zeichnung © Müller & Truniger
Architekten
Müller & Truniger
Adresse
Affolternstrasse, Oerlikon
Jahr
2012
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Swiss Prime Site, Stadt Zürich, Amt für Städtebau
Team
Iten, Archobau Zürich, Henauer Gugler AG

Ein Gebäude mit bewegter Vergangenheit. Das Gebiet nördlich des Bahnhofs Oerlikon entwickelte sich sprunghaft. Die ursprünglich industrielle Bausubstanz wich dabei fast vollständig neuen Dienst- leistungs- und Wohnbauten und das angestrebte Zusammenspiel von Alt und Neu drohte allmählich zu verschwinden. Der ehemalige Hauptsitz der Maschinenfabrik Oerlikon, ein markantes Industrie- denkmal und wichtiger Zeitzeuge aus dem Jahre 1889 eignet sich ausgezeichnet als Landmark. Als nun ein Abbruch drohte, da das Gebäude einem Ausbau der Gleisanlage im Wege stand, kam der dringende Wunsch auf, das Gebäude an eine Stelle ausserhalb des Gleisperimeters zu verschieben.
Im Auftrag der Abteilung für Denkmalpflege der Stadt Zürich haben wir dazu eine Machbarkeitsstudie erstellt und – nachdem zwischen- zeitlich die Hoffnung auf einen Erhalt beinahe aufgegeben wurde
– die Umsetzung geplant und begleitet. Und am Ende wird das 6‘200 Tonnen schwere Backsteingebäude – von langer Hand minutiös vor- bereitet – auf eine 65 Meter kurze Reise geschickt und bleibt dadurch als identitätsstiftender Zeitzeuge erhalten.
Unsere Planung bleibt dabei auf den ersten Blick fast unsichtbar. Jedoch wurden bei laufendem Betrieb ein neues Untergeschoss in- klusive Zufahrt zum benachbarten Parkhaus, die gesamte Haustech- nikanlage sowie sämtliche Gebäudezugänge, Toilettenanlagen und Brandabschlüsse neu erstellt und in Abstimmung mit der Denkmal- pflege an geltende Normen bezüglich Brandschutz, Bauphysik und Behindertengerechtigkeit angepasst.
Da zeitgleich die neue Gleisanlage der SBB erstellt wurde, wurden die einzelnen Bauphasen minutiös getaktet und bis ins Detail auf die sehr beengten Platzverhältnissen abgestimmt.
Heute steht das Gebäude wie selbstverständlich an neuem Ort. Die wenigen, von aussen sichtbaren Eingriffe sind stimmig ins Bauwerk integriert und weisen mit einem Augenzwinkern auf die bewegte Vergangenheit des Gebäudes hin.

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