Natur- und Erlebnisweiher Reinach

Reinach
Video © Noah Andrea Ulrich
Foto © BLLA
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Zeichnung © BLLA
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Foto © Noah Andrea Ulrich
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Landschaftsarchitekten
Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten
Standort
4142 Reinach
Jahr
2020
Tief- und Wasserbau
Holinger AG
Studienauftrag
2017, 1. Preis

Der neue Weiher befindet sich unmittelbar neben der Birs. Durch seine erhöhte Lage zum Fluss zeichnet sich der Ort jedoch hauptsächlich durch die angrenzenden Infrastrukturbauten und weniger durch den Flussraum aus. Die direkte Umgebung ist demnach von baulichen und unnatürlichen Eingriffen geprägt, so dass die Ausbildung des geforderten Biotopes in naturnachahmender, organischer Form an diesem Ort fragwürdig erscheint. Ein natürlicher Zufluss (hochstehendes Grundwasser, Hangwasser, Auenlage etc.) des geplanten Weihers ist nicht ersichtlich.

Die orthogonale Ausbildung des Natur- und Erlebnisweihers zeigt die Künstlichkeit der Entstehung und erlaubt den Fokus neben der Flora und Fauna verstärkt auf die Sukzession zu richten. Das Projekt ist ähnlich einem Experiment angesetzt:
Als Ausgangsanordnung werden die Lebensräume (grosser Weiher u. kleinere, wechselfeuchte Weiher) mit den entsprechenden Zielarten mittels Initialpflanzungen in abstrahierter, rechteckiger Form im vorhandenen Birskies erstellt.
Die einsetzende, ungeordnete Sukzession durch natürliche und anthropogene Einflüsse (Erlebnisbereich) lässt sich als offensichtliche Veränderung der klar definierten, geordneten Ausgangsform ablesen. Zum längerfristigen Erhalt der gewünschten Lebensräume erfolgen Pflegeeingriffe. Diese werden etappiert durchgeführt, so dass gleichzeitig verschiedene Stadien der Sukzession nebeneinander auch für Laien ersichtlich sind.

Der grosse Weiher liegt zentral. Geschützt dahinter, entlang dem Hangfuss, verteilen sich drei kleinere wechselfeuchte Standorte. Eine Nord-Süd verlaufende Trennung durch die grosse Wasserfläche und die angrenzenden Flächen teilt das Gebiet in den vom Uferweg gut zugänglichen Erlebnisbereich und den dahinterliegenden abgegrenzten Naturschutz-Bereich. Eine gezahnte Ausbildung der Uferlinie verdoppelt die Abwicklung und vergrössert die Vielfältigkeit des ökologisch wertvollen Uferbereiches. Im Erlebnisbereich ermöglicht dies die Ausbildung verschieden tiefer Wasserzonen. Diese definieren räumlich die unterschiedlichen, durch Pflege zu erstellenden Sukzessionstadien. Die Initialbepflanzung setzt sich aus einer Krautschicht (Hochstaudenflur- u. div. Ruderalstauden, Wasserpflanzen), einer Strauchschicht (Rosen, Schneeball, Johannisbeeren, Schlehe, Weissdorn, Holunder, Weiden, Pimpernuss, Steinweichsel, Faulbaum) sowie einer Baumschicht (Föhren, Eichen, Weiden) zusammen. Ein Holzpodest bietet ergänzend einen guten Einblick in den nicht zugänglichen Naturschutz-Bereich.

Bereich A: Im Jahr 8 nach Erstellung wird die Ausgangs-Topographie mit dem Bagger wieder hergestellt. Die Vegetation wird nicht nachgepflanzt. Sie soll sich aus den benachbarten, in fortschreitender Sukzession befindlichen Bereichen natürlich wieder ansiedeln.
Bereich B: Im Jahr 11 nach Erstellung erfolgt gleicher Eingriff wie im Bereich A.
Bereich C: Im Jahr 14 nach Erstellung erfolgt gleicher Eingriff wie im Bereich A.

Im Jahr 17 nach Erstellung erfolgt der Eingriff wieder im Bereich A. Dadurch ergibt sich ein Zurücksetzungs-Rhythmus für jede der Teichflächen A, B und C von rund 9 Jahren. Aufgrund der Erfahrungswerte mit der Anlage wird dieser Rhythmus angepasst.

Bereich D: Diese Teichflächen werden im Jahr 11 nach Erstellung maschinell in die Ausgangs-Topographie zurückgesetzt. Zirka alle 8-10 Jahre erfolgt dieser Eingriff.

Auf den restlichen Birskies-Flächen ohne Initial-Aussaat oder -Bepflanzung soll die natürliche Besiedlung durch die eingebrachte Flora zugelassen werden. Gegebenenfalls werden durch mechanische Eingriffe (Rodungen etc.) die Erschliessungsfunktion dieser Flächen wieder hergestellt.

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