Neubau Doppeleinfamilienhaus

Brugg
Korridor OG
Foto © René Rötheli
Entrée
Foto © René Rötheli
Südseite
Koch- und Essbereich
Foto © René Rötheli
Büro Untergeschoss
Foto © René Rötheli
Lichthof
Foto © René Rötheli
Architekten
Architheke
Standort
Brugg
Jahr
2020
Kosten
1 Mio. – 100 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke

Städtebau

Der Bauperimeter des geplanten Doppeleinfamilienhauses liegt an einer Eckparzelle, die umgeben ist von den Privatstrassen Rebmoos-Au und Sternackerstrasse. Sie befindet sich im Übergang der Einfamilienhäuser zu den mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern, welche sich zur Zurzacherstrasse hin entwickeln.
Das Quartier ist geprägt von Einfamilienhäusern aus den 40er– und 50er-Jahren. Vereinzelt trifft man auch Doppelhaustypologien an. So auch in direkter Nachbarschaft, in welcher in den 60er-Jahren die sogenannten Märkihäuser vom Baumeister Märki erstellt wurden.
Eine wichtige Landmarke und einen zentrumsbildenden Freiraum bildet die Weiermatt-Wiese mit Spielflächen und Kindergarten.

Mit dem Entwicklungsleitbild „RELB“ wird die Parzelle in Zukunft von der bisherigen W2 Zone in die neue W2N-Zone aufgenommen. Dieser, als Innenentwicklungsgebiet bezeichneter Bereich, sieht im Vergleich zur bisherigen W2-Zone folgende Veränderungen vor:

„Eine gezielte, qualitätsbewusste Innenentwicklung in zentrumsnahen Gebieten ist notwendig, um die wachsende Nachfrage nach Wohnraum zu befriedigen. Das RELB kennzeichnet Gebiete, die für eine qualitätvolle Innenentwicklung geeignet sind. Diese weisen heute eher geringe Einwohnerdich-ten auf und liegen in Zentrumsnähe und / oder im Einzugsgebiet wichtiger ÖV-Haltestellen. Die baulichen Massnahmen sollen hohen Qualitätsansprüchen genügen. Typische Strukturen in den Quartieren sollen erhalten und weiterentwickelt, sowie die Freiraumversorgung gewährleistet wer-den.“

Entwurfsidee

Das geplante Doppeleinfamilienhaus ist in seiner äusseren Form mehrfach abgestuft. Damit wird einerseits die Länge des Gebäudes optisch gebrochen, andererseits können durch diese Gebäude-form gut definierte Aussenflächen angeboten werde. Die Setzung des Gebäudes erfolgt weitmög-lichst an die Nord-Ost-Seite der Parzelle. Die so entstehende Zwischenzone von Strasse und Haus dient als Vorbereich der beiden Wohneinheiten und soll zur Strasse hin offen gestaltet werden. Ein Vordach, über die gesamte Fassadenlänge gespannt, dient zugleich als Auto- und Fahrradunter-stand und gedeckter Zugangsbereich. Es schafft einen Übergang vom öffentlichen Bereich der Strasse zum privaten Wohnbereich.
Die Parzelle wird in ihrer Längsrichtung abparzelliert und beiden Wohneinheiten somit eine 3-seitige Orientierung ermöglicht. Während die Nord-West-Wohnung hin zur Privatstrasse Rebmoos-Au und dem Bruggerberg ausgerichtet ist, orientiert sich die zweite Wohneinheit gegen Süd-Westen, hin zum bestehenden grossen Kirschbaum. Die beiden verschiedenen Ausrichtungen erzeugen ein grosses Mass an Privatsphäre. Beide Parteien profitieren vom öffnenden Blick in den Grünraum zwischen den bestehenden Häuserzeilen. Die Setzung längs in die Parzelle hinein ermöglicht es, gut besonnte und, trotz der Aufteilung der Parzelle, grosszügige Aussenräume anzubieten.

Typologie

Mit der zweigeschossigen Kubatur nimmt das Haus Rücksicht auf die bestehende Bebauungsstruk-tur des Quartiers. Im Erdgeschoss werden die Wohn- und Essbereiche angeordnet, im Obergeschoss die Schlafbereiche. Auf ein Attikageschoss wird verzichtet.
Die Erschliessung erfolgt über die Rebmoos-Au im Nord-Osten. Das grosszügige Vordach kennzeich-net die beiden Hauseingänge und zoniert den Vorbereich des Hauses in einen halböffentlichen Bereich.
Die beiden Wohnhäuser sind typologisch ähnlich, aber nicht gleich aufgebaut. Handelt es sich beim nord-östlichen Teil um ein 4 ½ Zimmer Haus, welches im Obergeschoss noch zusätzlich einen Bal-kon aufweist, entsteht im süd-westlichen Teil ein 5 ½ Zimmer Haus. Die beiden Wohnräume sind zentral angeordnet und richten sich auf den Zwischenraum der bestehenden Häuserzeilen. Im Ge-gensatz dazu sind die Essbereiche an den Stirnseiten des Hauses angegliedert. Beide Einheiten verfügen über grosszügige Kellerräume. Zentral ist der Technikraum angeordnet.
Die Hausgrössen und Grundrissdispositionen sowie die Lage im Quartier, richten sich vorwiegend an Familien, eignen sich aber auch für andere Käuferschaften.

Materialisierung

Das geplante Doppelhaus soll auch in der äusseren Erscheinung den örtlichen Gegebenheiten Rech-nung tragen. Die zurückhaltende einfache Materialisierung soll sich mit seiner muralen Erscheinung ins Quartierbild, welches von verputzten Einfamilienhäusern geprägt ist, eingliedern.
Das in Massivbauweise erstellte Gebäude wird durch seine Staffelung im Grundriss, durch den überhohen Essraum, sowie durch das prägnante Vordach in seiner Dimension und Ausstrahlung an den Massstab der Nachbarschaft angepasst.

Landschaft

Das Umgebungskonzept vom Büro naef landschaftsarchitekten gmbh aus Brugg bildet eine wichtige Grundlage für das Projekt und stärkt die architektonische Disposition.
Das Grundstück ist heute gegenüber den Strassen von einer dichten Kirschlorbeerhecke einge-wachsen. Das engt die Rebmoos-Au Strasse ein, macht sie unübersichtlich und somit gefährlich. Im guten Sinne markant ist ein Kirschbaum, der auf der Parzelle wächst und klar über die Gartengren-ze hinaus sichtbar ist.

Das Zweifamilienhaus wird so gestellt, dass der auch für das Quartier prägende Kirschbaum erhal-ten bleibt. Damit dies möglich ist, muss das Haus so nah wie möglich an den Ostrand der Rebmoos-Au gestellt werden. Damit die gewünschte Übersicht gegeben ist, wächst der Grenze entlang nur ein 50 cm hohes Vegetationsband, bestehend aus Gräsern und Stauden. Um die Hauseingänge zu markieren und um damit gleichzeitig das Quartier zu begrünen, sollen hier schlankwachsende Hochstammbäume wie beispielsweise die Säulenzitterpappel wachsen.
Auf der Nordseite entlang der Rebmoos-Au und auf der Südseite entlang der Sternackerstrasse wird je eine freiwachsende, einheimische Hecke den Garten fassen. Um das Quartier massvoll zu begrü-nen und um im Garten Schatten zu erhalten, wird beidseitig je ein Hochstammbaum in der Hecke gepflanzt. Die Hecken werden so angelegt, dass die Sicherheit für die Ausfahrt der Nachbargrund-stücke gewährleistet ist.
Die Umgebungsgestaltung beabsichtigt den zwei Gärten eine gewisse Privatheit zu geben, ohne sich gegen das Quartier zu verschliessen. Mit den Baumpflanzungen werden dem Garten und dem Quartier Akzente gesetzt, die nur vorteilhaft sind. Sie sollen dem Klimawandel entgegenkommen ohne merkliche Benachteiligungen zu produzieren. Die Parzelle soll nicht nur für Menschen dichter genutzt werden, sondern auch für Pflanzen und Tiere mehr Lebensraum bieten. Damit dies möglich wird, werden vorwiegend einheimische Pflanzen gesetzt. Das Flachdach wird mit einer wertvollen Vegetation einheimischer Trockenstandorte begrünt.

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