«Octavo II», Oerlikon

Zürich
© Fischer Architekten AG / Atelier Brunecky
© Fischer Architekten AG / Atelier Brunecky
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Architekten
Fischer Architekten AG
Adresse
Lamprechtweg 2/4, 8050 Zürich
Jahr
2018-2020

Gesamtleistungswettbewerb 1. Preis – Um die Jahrtausendwende entstand mit Neu-Oerlikon ein Stadtteil von Zürich, der mit seinen grossmassstäblichen Gebäuden und Aussenräumen die industrielle Geschichte des Ortes zum städtebaulichen Leitbild erhob: Die Grundstruktur bleibt erhalten, die Nutzung ändert sich, die Räume werden durch Verfeinerung und eine stimmige Ausgestaltung einer neuen Nutzung zugeführt. In eben diesem Kontext wird mit dem Umbau eines Bürogebäudes am Lamprechtweg neuer Wohnraum geschaffen. Dieser Wettbewerbsbeitrag wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Das mittlere Gebäude einer Gesamtüberbauung aus dem Jahr 2004 ist eine rigide Stützen-Platten-Struktur mit zwei Erschliessungskernen und einer sanierungsbedürftigen Fassade. Die Aufgabe des mit dem 1. Preis ausgezeichneten Wettbewerbs umfasste – nebst einem Sanierungsvorschlag der Fassade – Wohnformen für die dafür nicht ausgelegte Grundstruktur vorzuschlagen und darin einzupassen.

Die zwei Erschliessungskerne bleiben hierfür, wo und wie sie sind. Sie gliedern den Umbau in drei Teile: Die zwei Köpfe mit den Treppenhäusern, je an einer Strasse gelegen, bilden als Hochpunkte die Adressen aus und verfügen über alle Etagen über die gleichen Geschosswohnungen. Der mittlere Gebäudeteil ist in den Obergeschossen über einen innenliegenden, nordseitigen Laubengang erschlossen. Im Erdgeschoss liegen potenzielle Atelierwohnungen mit direktem Zugang von der Strasse, während vom dritten ins vierte Obergeschoss Maisonettewohnungen das zurückgestaffelte Attikageschoss bilden. Loggias gliedern die Fassade und bieten jeder Wohnung einen geschützten Aussenraum. Die so gewonnene Ausnutzung wird in die Aufstockung entlang der Brown-Boveri-Strasse und die Attikaaufbauten entlang des Lamprechtwegs übertragen.

Eine einfache, aber stimmige Materialisierung bewahrt den Charakter des ehemaligen Bürogebäudes. Glasbausteine, gegossene Böden und Sperrholzküchen werden dem Ort und seiner Geschichte gerecht. In der Fassade bleibt das Grundkonzept der unterschiedlichen Behandlung je nach Orientierung zum öffentlichen Raum erhalten. Das Gebäude hebt sich durch eine neue, komplementäre Farbgebung von seinen Nachbarn ab. Die repräsentative, graugrüne Fassade erhält einen sehr groben Modellierputz mit Kammstruktur, welcher die Fassade durch spielerische horizontale und vertikale Ausrichtungen belebt und wohnlich macht.

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