Schule Stübenhofer Weg

Hamburg Kirchdorf-Süd, Deutschland
Eingang Schulgebäude
Foto © Dirk Robbers
 
 
Pausenhalle
Foto © Achim Liebsch
 
 
Differenzierungsbereich
Foto © Dirk Robbers
 
 
ifferenzierungsbereich, Schließfächer
Foto © Dirk Robbers
 
 
Pausenhalle; Cafeteria
Foto © Dirk Robbers
 
 
Anbau mit Ansicht der Bestandsfassade
Foto © Dirk Robbers
 
 
Grundriss Erdgeschoss
Zeichnung © Marc-Olivier Mathez
 
 
Gebäudeschnitt Neubau
Zeichnung © Marc-Olivier Mathez
 
 
Architekten
Marc-Olivier Mathez
Adresse
Stübenhofer Weg 20, 21109 Hamburg Kirchdorf-Süd
Jahr
2011

In dem Bildungszentrum Stübenhofer Weg sind sowohl eine Grundschule als auch eine Stadtteilschule untergebracht. Das Bildungszentrum Stübenhofer Weg befindet sich in Kirchdorf Süd inmitten einer Wohnanlage mit Hochhäusern aber auch mit direktem Blick in die Kirchdorfer Wiesen mit Pferdeweiden und einem Tierhof.

Mit der Umbauplanung ist es gelungen sowohl Bestandsbauten in ein schlüssiges bauliches Gesamtensemble zu integrieren, als auch der Grund- und der Stadtteilschule eine eigene bauliche, erkennbare Identität zu geben. So haben beiden Schulen eigene Eingänge erhalten und organisieren sich eigenständig um einen die Klassenräume verbindenden offenen Innenraum.

Eine Wegeverbindung führt direkt über die Schulhöfe in die nahe gelegene Wohnsiedlung. Das Anliegen der Schulleitung, ein niedrigschwelliges Angebot an alle Bewohner des Stadtteils anzubieten wird durch eine grosszügig verglaste und offen gehaltene Erdgeschosszone unterstützt.

Bestandsgebäude mussten erhalten werden und konnten ohne Bruch in die Gesamtkonzeption miteinbezogen werden. Die erst vor ein paar Jahren erstellte Aula wurde in die zentrale Halle eingebunden.

Die zweigeschossigen Bestandspavillons der Grundschule, die bisher nur über offene Laubengänge erreichbar waren, wurde mit einer verbindende Pausen- und Erschliessungshalle versehen.

Das Zentrum und Herz der Schule(n) ist ein großer sich über mehrere Geschosse entwickelnder offener Innenraum. Alle Treppenaufgänge sind offen und frei angeordnet ohne weitere störende Türen und Brandschutzabtrennungen. Im Erdgeschoss befinden sich die Pausenhalle, die Bibliothek, Cafeteria, Fachklassenräume, alles Räume die nach Schulschluss dem Stadteil zur Verfügung stehen. Im den beiden Obergeschossen erweitert sich der zentrale Innenraum in eine offen konziperte Lernlandschaft. Diese konnten durch speziell angefertigte Möbel auch so gestaltet werden, das ein ausgewogenes Verhältnis von Offenheit und Transparenz und Intimität sowie konzentrierter Arbeitsatmosphare entsteht.
Um den zentralen Innenraum angeordnet sind die Klassenräume. Diese sind als "individuelle" und geschützte Lernbereiche für die Klassenverbände erhalten worden. Die Schüler und Schülerinnen verbringen gleichberechtigt mit der Arbeit im Klassenraum, einen grossen Teil ihres Tages frei im Haus und suchen sich so ihre Lernangebote und ihre Lernorte selbst.

Ermöglicht wird die räumliche Offenheit durch ein innovatives Brandschutzkonzept, die Fluchtwege sind direkt nach aussen auf vorgesetzte Balkone und aussenliegende Treppen verlegt worden. Es gibt keine abgeschlossenen Treppenhäuser und auch keine Flure mehr. Der Innenraum kann frei möbliert und so vollumfänglich für pädagogische Zwecke genutzt werden.

Ermöglicht wird dies auch durch eine geschickt konzipierte Haustechnik. Wegen des beschränkten Budgets wurde ein low-tec Ansatz gefunden. Die Zuluft der kontrollierten Lüftung erfolgt über feuchtegesteuerte Ventile in den Klassenräumen, die Fortluft wird über Überströmöffnungen in die Halle gezogen und unter Nutzung der Thermik und des Kamineffektes durch ein Lüftungsgerät über Dach abgesogen.
Die Anordnung der Oberlichter und Fenster erlauben eine ganztägige Versorgung durch Tageslicht, auch in den Innenzonen der Halle.

Mit aufwändigen Untersuchungen und Abstimmungen wurde das Tages- und Kunstlicht entwickelt und aufeinander abgestimmt, getragen von der Vorstellung, das Tageslicht durch nichts zu ersetzen ist. Akustische Massnahmen in Verbindung mit einem Teppichboden, schaffen hervorragende Werte und ermöglichen so auch ein konzentriertes Arbeiten im Innenraum.

Das Projekt Bildungszentrum Stübenhofer Weg wurde in die Referenzliste der IBA Hamburg Wilhelmsburg 2013 aufgenommen.

2012 erhielt das Projekt den Lichtdesignpreis für Schulbauten.

Architekt
Marc-Olivier Mathez Architekt, Hamburg

Lichtplaner
Peter Andres Beratende Ingenieure für Lichtplanung, Hamburg

TGA-Fachplaner
Ingenieurbüro Ridder & Prigge GmbH & Co. KG, Schenefeld

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