Umbau Wohnhaus Bern

Bern
© Manu Friederich
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Architekten
W2H Architekten AG
Standort
Bern
Jahr
2018
Bauherrschaft
privat

Der Anfang der 1990er-Jahre: In der Architektur sind Glasbausteine, Marmorböden und sichtbare Stahlstützen und -träger en Vogue. Beim Umbau eines Wohnhauses im Nordquartier treffen wir genau diese architektonischen Zeitzeugen wieder an.

Das herrschaftliche Gebäude aus dem Jahr 1869 wurde um 1990 umfassend umgebaut und in Stockwerk-
eigentum aufgeteilt. Im Erdgeschoss befinden sich noch heute eine Praxis und ein Ladenlokal, in den darüber-
liegenden Geschossen vier Wohnungen. Zwei Wohnungen, eine dreigeschossige Wohnung vom Erdgeschoss bis zum 2. Obergeschoss und eine Geschosswohnung im 2. Obergeschoss, wurden zusammengelegt zu einer Grosswohnung. Der Umbau negierte allerdings die Qualitäten des Altbaus und setzte primär auf grosse, durchgehende Wohnräume mit einheitlichen, modernen Materialien: Glasbausteine, Marmorböden und sichtbare Stahlstützen und -träger.

Der erneute Umbau verbessert die Zusammenlegung der beiden Wohnungen durch Anpassungen im Innenausbau. Mit dem neuen Umbaukonzept bringen wir diese Qualitäten wieder an die Oberfläche. Das bisher vom Ess- und Küchenbereich abgetrennte Wohnzimmer wird mit einem Wanddurchbruch geöffnet. Im Gegenzug wird der bestehende Wintergarten wieder als eigenständiger Raum les- und erlebbar.

Es entsteht eine vielschichtige Wohnlandschaft, welche sowohl das Bedürfniss nach Rückzug als auch nach Gemeinschaft abdeckt. Die Küche und die beiden Nasszellen werden umgestaltet und neu eingerichtet.

Das mit dem Altbau kontrastierende bestehende Materialkonzept wird komplett umgekrempelt. Eichenriemen ersetzen den Marmorboden, das punktuelle Einkleiden der Stahlstützen lässt die ursprüngliche Struktur der Wohnung wiedererkennen. Die zum Essbereich offene Küche erhält einen warmen Rotton und steht frei im Raum. Im angrenzenden Wintergarten wird die Hülle belassen, mit einem Barmöbel jedoch die Anbindung an die Küche gestärkt. Warme Steingut-Bodenplatten in Rosa- bis Auberginetönen prägen neu den Raum.

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