Visualisierung © nightnurse, Zürich
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Ersatzneubau, Waldmeisterweg 3, 5

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  • Mehrfamilienhäuser
  • Wohnblöcke
Jahr
2013
Kosten
Vertraulich
Stockwerke
Vertraulich

Städtebau

Ein langes Volumen entlang des Waldmeisterwegs führt die im Südwesten vorherrschende Zeilenbauweise weiter und spannt zusammen mit dem Gebäude Wehntalerstrasse 194 und 196 einen fliessenden Aussenraum in der Tradition von Albert Heinrich Steiner auf. Die Lage der Parzelle zwischen Wehntalerstrasse und Waldmeisterweg ist geprägt vom immer noch deutlich spürbaren Übergang der Zone W3 zur ehemaligen Zone W2. Auf Grund der Eigentümer- und Parzellenstruktur ist dort die heute mögliche Verdichtung erst vereinzelt erkennbar. Die heute mögliche Dreigeschossigkeit und der Wunsch der PWG, sowohl das anrechenbare, ‚Zürcher’ Untergeschoss wie auch das Dachgeschoss auszunutzen sowie das Ziel der Kostengünstigkeit, machen es schwierig, die Körnung der Bebauung im Norden und Nordwesten der Parzelle buchstäblich aufzunehmen. Um dennoch eine Beziehung zu den kleineren Bauvolumen in der Nachbarschaft aufzunehmen, wird das lange Volumen auf zwei Arten gebrochen: Einerseits werden die Stirnseiten im Grundriss gestaffelt, so dass diese Ansichten auf verschiedenen Ebenen in Erscheinung treten. Andererseits weicht das Volumen in der Höhe mittels verschiedener Rücksprünge von der Strassenflucht zurück. Entlang dem Waldmeisterweg leitet die Kante des ersten Rücksprungs über zu den Traufen der Nachbargebäude und reagiert dadurch auf die niedrigere, kleinteiligere Bebauung. Zudem lässt der längliche Bau am Waldmeisterweg dem zukünftig geplanten Neubau an der Wehntalerstrasse einen grösstmöglichen Spielraum.

Organisation

Die insgesamt 20 Wohnungen (plus ein Gästezimmer) werden über zwei Treppenhäuser, einen Zwei- und einen Dreispänner, erschlossen. An den beiden überhohen Eingangshallen liegen die Velo- und Kinderwagenabstellräume und die gemeinsame Waschküche. Über ein paar Stufen gelangt man direkt auf die Südseite des Gebäudes. Auf der Eingangsebene werden die beiden separat geführten Treppenhäuser also über die Waschküche und die gedeckte Möglichkeit zum Wäsche aufhängen im Aussenraum verbunden. Im obersten Geschoss werden die Treppenhäuser erneut miteinander verknüpft über den Gemeinschaftsraum und die gemeinschaftliche Dachterrasse. Durch diese ‚sozialen Klammern’ wird das Gebäude stellenweise zu einem Haus, Begegnungen und Gemeinschaft werden gefördert. Natürlich sind die Treppen auch im Untergeschoss über die Einstellhalle verbunden. Die Wohnungen im Gartengeschoss (‚Zürcher’ Untergeschoss) befinden sich ca. 1 Meter über den Eingängen. Auf der Südseite liegen diese ebenerdig zum Terrain. Darüber folgen drei Wohngeschosse, das Dachgeschoss und zuoberst der Gemeinschaftsraum mit Terrasse.

Aussenraum

Der Aussenraum im Süden wird vollständig von der bestehenden Parkierung befreit. Auf die Zufahrt kann somit verzichtet werden. Die aufgehobenen Parkplätze werden in der neuen Einstellhalle ersetzt. Dieser Freiraum erhält dadurch eine ganz neue Qualität und kann von den Bewohnern der beiden Liegenschaften der PWG genutzt werden. Die drei nicht mehr benötigten Garagen im Bestand könnten zu Ateliers, Musikräumen oder einem Gemeinschaftsraum umgenutzt werden. Die neuen Wohnungen verfügen auch alle über private Aussenräume, einen Balkon oder eine Terrasse, die den gestuften Ausdruck des Volumens prägen und das Haus gleichsam mit dem Aussenraum verzahnen. Auf der baumbestandenen Nordseite befinden sich die Zufahrt zur Einstellhalle, die Eingänge und die Besucherparklätze. Asphaltierte Flächen wechseln sich hier mit Kiesflächen ab.

Wohnungen

Das ‚Herz’ jeder der 20 Wohnungen ist ein grosszügiges, 2.5 Meter breites Entrée. Von hier aus werden alle anderen Räume der kammerartigen Grundrisse erschlossen. Durch breite Flügeltüren können die Küche und der Wohnraum räumlich mit diesem Entrée verbunden werden, so dass eine grosszügige Raumabfolge entsteht. Jedes Zimmer kann aber auch geschlossen werden. Die Wohnungen können so je nach Familiensituation oder Tageszeit auf verschiedene Weise genutzt werden. Über die privaten Aussenräume entsteht in den Wohnungen zudem eine zweite Verbindung zwischen den Zimmern. Das Entrée ist auf Grund seiner Dimensionen mehr als eine blosse Erschliessungsfläche. Es kann nach Belieben als Bibliothek mit Sitzecke, zum Spielen, als Arbeitsort oder sogar zum Essen genutzt werden. So verfügt jede Wohnung über einen zusätzlichen, gut nutzbaren Raum. Die Küchen sind ebenfalls vollwertige Zimmer in denen auch mit Gästen gegessen werden kann. Hier kann aber auch gearbeitet, ‚Uno’ gespielt werden, Hausaufgaben können gemacht werden, ohne dass der Wohnraum besetzt werden muss. Wo immer möglich liegen die Badezimmer mit Badewanne an der Fassade und werden natürlich belichtet. Zudem verfügen alle Wohnungen über viel Stauraum (Réduits und / oder Schränke) als Ergänzung zum Kellerabteil im Untergeschoss.

Materialisierung

Das Gebäude wird in Mischbauweise erstellt und aussen gedämmt. Die Brüstungen und Deckenstirnen werden mit keramischen Mosaikplättli versehen, die Felder zwischen den Holz-Metall-Fenstern verputzt. Die Fassade wird in der Vertikalen durch die entstehenden Bänder gegliedert. Die sehr hellen Farbtöne und die weissen Geländer, die wie Relings die Terrassen und Balkone säumen, verleihen dem Haus eine heitere Frische. Die Treppenhäuser sind in Sichtbeton, der Boden als Hartbetonbelag gedacht. Im Entrée sind Gussasphaltplatten, in der Küche und den Nasszellen keramische Platten verlegt. Alle übrigen Räume haben einen Parkettboden und der private Aussenraum einen Holzrost.

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