Cupboard Love | Der Schrank, die Dinge und wir

Der Schrank, die Dinge und wir: Das Gewerbemuseum Winterthur widmet sich mit der Ausstellung «Cupboard Love» den facettenreichen Eigenschaften eines verkannten Möbelstücks aus der Perspektive von Design, zeitgenössischer Kunst, Film und Kulturgeschichte.
Ohne ihn geht es kaum, und doch wollen wir ihn oftmals loswerden. Ob Repräsentationsobjekt oder unliebsame Notwendigkeit, immer ist der Schrank praktisches Behältermöbel in unterschiedlichsten Formen und Funktionen. Er dient als Ort der Aufbewahrung, der Sicherung und der Ordnung, nicht nur von Dingen, sondern auch von Wissen, Erinnerungen oder Geheimnissen.

Die Ausstellung «Cupboard Love» rückt das sperrige Möbel ins Rampenlicht und beleuchtet es aus der Perspektive von Design, zeitgenössischer Kunst, Film und Kulturgeschichte. Dabei wird seine Gestaltung und sein metaphorisches Potenzial erforscht und ein Blick in sein Inneres geworfen, das unendlich viele Geschichten zu erzählen weiss. Die Schau will den Schrank genauer betrachten und anders denken, seine Erscheinungsformen und Bedeutungen erkunden und sich charakterisierenden Materialien, Geräuschen und Gerüchen widmen.

Ausgewählte Möbelstücke zeigen gestalterische Herausforderungen auf, vom Designklassiker über neue Konzepte bis zur Raumskulptur. Sie manifestieren gleichzeitig Wohnwelten und Lebenshaltungen und erzählen damit auch aktuelle Zeitgeschichte um Mobilität, Minimalismus, Besitztum oder Sozialstatus.

Künstlerische Arbeiten sowie filmische und literarische Geschichten machen Schränke gerne zum Schauplatz narrativer Höhepunkte und spielen mit ihrem symbolischen Gehalt. So wird der klassische Lagerraum von Dingen zum Versteck von Verfolgten, Eindringlingen und heimlichen Liebhabern oder zur Schwelle für den Übergang in andere Welten. War es nicht Lucy, die durch den Schrank nach Narnia gelangte?

Werke aus Design und Kunst:
Maarten Baas (NL) / Regina Baierl (DE) / Jörg Boner (CH) / Peter Braun (DE) / Lorenz Cugini (CH) / Mark Dion (US) / Julia Gröning (DE) / Lux Guyer (CH) / Willy Guhl (CH) / Philippe Halsman (US) / Robert und Trix Haussmann (CH) / Jannis Kounellis (IT) / Frank Kunert (DE) / Le Corbusier (CH/FR) / Jean Lurçat (FR) / Enzo Mari (IT) / Noritaka Minami (JP/US) / Nils Holger Moormann (DE) / Valerie Notter de Rabanal und Simon Hehl (CH) / Augustin Rebetez (CH) / Michael Rohde (DE) / Roman Signer (CH) / Studio Job (NL/BE) / John Thackwray (ZA) / Kurt Thut (CH) / tnE Architects ZT GmbH (AU) / John Vink (BE) / Klaus Vogt (CH) / Erwin Wurm (AU) / Roman Zangger (CH) / Nika Zupanc (SI) / u. a.

Filmausschnitte und Musikvideos:
David Bowie: Lazarus, 2016 / Jean Cocteau: Orphée, 1950 / Ethan & Joel Coen: Burn after Reading, 2008 / Sofia Coppola: The Bling Ring, 2013 / Baz Luhrmann: The Great Gatsby, 2013 / David Lynch: Blue Velvet, 1986 / Daniel Mann: Butterfield 8, 1960 / F. W. Murnau: The Cabinet of Dr. Caligari, 1921 / Roman Polanski: Two Men and a Cupboard, 1958 / Paul Schrader: American Gigolo, 1980 / The Cure: Close to me, 1985 / u. a.

Literatur und Kindergeschichten:
Andrew Adamson: The Chronicles of Narnia: The Lion, The Witch & The Wardrobe, 2006 / Claude Barras: Ma Vie de Courgette, 2016 / Peter Bichsel: Ein Tisch ist ein Tisch, 1969 / Chris Columbus: Harry Potter and the Philosopher’s Stone, 2001 / Olle Hellbom: Pippi Langstrumpf, 1969 / Ian McEwan: Conversations with a Cupboard Man, 1972 / Gary Trousdale: Beauty and the Beast, 1991 / u. a. 

Wann

3. Dezember 2017 bis 22. April 2018

Wo

Gewerbemuseum Winterthur
Kirchplatz 14
8400 Winterthur

Organisator

Gewerbe Museum

Links

gewerbemuseum.ch