Halle 7, Olma Messen St. Gallen

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  • Messen + Schauräume
Standort
9000 St. Gallen
Jahr
2002
Bauherrschaft
Genossenschaft Olma Messen St.Gallen
Architektur
Clerici & Müller, St.Gallen Mitarbeit, Prospero Gianoli

Tragwerkskonzept – Die Holzkonstruktion des Neubaus ist trotz dreiecksähnlichen Grundrissform orthogonal zu den geraden Fassadenseiten ausgerichtet und geordnet strukturiert in Haupt- und Nebentragwerk. Dabei wird die Verjüngung des Gebäudes bei den parallel zueinander errichteten Hauptträgern sichtbar berücksichtigt.

Die Besonderheit der vorliegenden Hallenkonstruktion liegt im geschosshohen Fachwerkträgersystem. Der Boden des Obergeschosses ist in die sogenannte Untergurtebene eingehängt; die Dachdecke wird vom Obergurt der Fachwerkträger getragen. Diese Konstruktionsidee spart einen erheblichen Teil üblicher Trägerhöhe ein und macht das Tragwerk zum erlebbaren Raum.

Eine Raffinesse liegt zudem in den weit nach innen versetzten Stützen und Fachwerkrahmen. Die Deckenträger sind so nach aussen bis an die Fassade verlängert, dass sich ein breiter Umgang entlang den Fassadenseiten ergibt und das Flanieren durch die Halle als logischen Umlauf ermöglicht. Dieses ist vor allem im Obergeschoss von Bedeutung, da diese Etage durch die geschosshohen, parallelen Fachwerke mit ihren Stützbalken und diagonalen Zugstangen aus Stahl eindeutig gerichtete Raumeinteilung vorgibt. Ohne aufdringlich zu erscheinen, durchschreitet man im Obergeschoss das Fachwerk und spürt unmittelbar Kraftverlauf und Kräfteverteilung an den Dimensionierungen der Konstruktionselemente. Das Erdgeschoss weist hingegen ausschliesslich wenige, frei im Raum stehende Stützen auf, um einen nahezu konstruktionsfreien Raum den Nutzern zur Verfügung zu stellen.

und deren parallelen Zusammenfügung. Die regelmässig sichtbaren Balken zwischen den Fachwerkträgern rhythmisieren die Deckenbereiche angenehm und verleihen dem Bau eine verständliche Dimensionierung. Bodenplatten und Balkenlage wirken im Verbund. Die Aussteifung der Holzkonstruktion und der Fassadenseiten erfolgt durch die räumlichen, sich gegenüberliegenden Kerne aus Sichtbeton.

Die neue Olma Halle 7 ist ein Konstruktionsbauwerk. Nur durch Gleichheit, Regelmässigkeit und abgestimmten Rhythmus der Holzelemente, Details und Verbindungen im Raum und am Tragwerk gelingt die Zurückhaltung und die Erlebbarkeit der Statik gleichermassen, ohne je monoton oder kompliziert zu wirken. Alles ist kohärent zueinander entworfen; die Dimensionen gut bestimmt und aufs Notwendigste reduziert. In diesem Sinne erhält selbst die sehr einfache Schutzlattierung im Innenraum entlang den Fassaden, eine Bedeutung als Detail innerhalb eines Gesamtwerks. Die Rohheit und Offenheit im Innern beeindrucken durch die Materialisierung aus Sichtbeton, Holz und Stegplatten. Die allseitige Ausleuchtung über die diffusierende Aussenhaut garantiert tagsüber helle Räumlichkeiten. Bei Dunkelheit erstrahlt die Halle am Rande des Olma – Areals wie ein riesiger Lampion im Stadtgefüge und definiert die Beziehung von der Stadt und dem Messegelände neu.

Der Neubau präsentiert sich in allen Belangen als ein architektonisches Gesamtwerk und stellt einen Beitrag zeitgenössischen Holzbaus dar. Die Haltung zu dem aus einem Wettbewerb hervorgegangenen Ingenieurbauwerk erwächst aus einer Tradition: Die Konstruktion wird nicht versteckt, sie ist die Ästhetik des Baus, der Stil, der das Gebäude prägt und den architektonischen Raum erlebbar werden lässt. Genau hier befindet sich der Ansatz zur Verbindung von einem modernen Bau in Holz zur Tradition von Holzbauten als Ausstellungs- und Messehallen im Alpenraum.

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