An den Wolken kratzen

Ulf Meyer
26. May 2020
Foto: Goran Potkonjak © sattlerpartner architekten + planer

Das Büro sattlerpartner architekten + planer hat im Dübendorfer Hochbord das höchste Wohnhaus der Schweiz gestaltet. Der «JaBee-Tower» prägt das Glattal weithin.

Der «JaBee-Tower» gilt als neues Wahrzeichen der Region Glattal: Der hundert Meter hohe Wohnturm beim Bahnhof Stettbach bietet 218 Mietwohnungen auf 30 Etagen und einen öffentlich zugänglichen Park an seinem Fusse. Der Turm wurde auf der Ecke des rund 10'000 Quadratmeter grossen Grundstücks am Rande von Dübendorf gebaut, um Raum für die Grünfläche zu belassen, die an die Vergangenheit des Geländes als Gärtnerei erinnert. Im Sockelgeschoss des Baus befinden sich Läden und Flächen für Gastronomie. Der ungewöhnliche Name des Bauwerks indes erinnert an den ehemaligen Grundstücksbesitzer Jakob Beerstecher. 

Die Wohnungen werden geprägt vom elliptischen Fussabdruck des Baus. (Foto: Goran Potkonjak © sattlerpartner architekten + planer)
Im Eingangsbereich (Foto: Goran Potkonjak © sattlerpartner architekten + planer)
Aussicht aus dem Wohnhochhaus auf die Alpen (Foto: Goran Potkonjak © sattlerpartner architekten + planer)

Das Büro sattlerpartner hat dem Turm mit elliptischem Fussabdruck eine nach oben abgeschrägte Gebäudeform gegeben. Die Geometrie haben die Entwerfer aus dem Verlauf der Sonne zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten entwickelt; weitere Parameter waren eine gute Belichtung und die Aussicht auf die nahen Alpen. Die Fassade ist deshalb ganz aus Glas, und die Balkone erstrecken sich über die gesamte Wohnungsbreite. Die Trennwände zwischen ihnen wurden aus semitransparentem Radiantglas gefertigt, das je nach Blickwinkel und Lichtverhältnis ein Farbenspiel erzeugt. Die 1,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen haben einen hohen Ausbaustandard. Durch den schrägen Abschluss der schlanken obersten Geschosse blieb auf der Spitze des Turms Platz für Dachterrassen. Die Form des Hochhauses wirkt je nach Blickrichtung in der Schmalseite schlank und in der Queransicht monumental. Im Grundriss wurde die Form mit Respekt für das Bebauungsmuster im Quartier und das Strassenraster zur Industriestrasse hin begradigt. Bei Nacht setzt ein weisses LED-Lichtband als Gebäudekrone ein weithin sichtbares Zeichen. Der Turm wird künftig nicht das einzige Wohnhochhaus im Glattal bleiben. Drei weitere sollen schon bald folgen.

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