Lückenfüller ab Stange

 Manuel Pestalozzi
11. May 2018
Am Zeilenende ein Fertighaus von Adjaye Associates. Bild: Edit.rs
Eine Idee die nie alt wird: Stararchitektinnen und -architekten entwerfen modulare Gebäude für einen Anbieter von Fertighauslösungen. Bei der neusten Ausgabe für den Start Up Cube Haus gilt ein Plug and Play-Ansatz.
Hinter Cube Haus stehen Philip Bueno de Mesquita und Paul Tully, die reichhaltige Erfahrung in der Design- und Modeindustrie haben. Sie guckten um sich – so steht es auf der Website – und stellten fest: Es gibt Möglichkeiten für ethisch gesinnte Entwickler, urbane Restflächen mit toll aussehenden, nachhaltigen Heimstätten zu besetzen. Sie beauftragten bekannte britische Teams mit dem Entwurf modularer Bebauungskonzepte: Adjaye Associates, Faye Toogood, Carl Turner Architects und Skene Catling de la Peña.
 
Der Liefermodell des Unternehmens erzeugt nach eigenem Bezeugen einen Skaleneffekt. Dank ihm soll innovative Architektur Menschen zugänglich sein, die nie daran denken würden, eine Architektin zu engagieren, geschweige denn ein bekanntes Büro. Die Häuser können bestelltund anschliessend errichtet werden auf Bauplätzen, welche das Unternehmen erwirbt. Oder man bezieht Module von der Stange und stellt sie selbst auf.
 
Die Modularität soll Abfälle und Verschnitte reduzieren und es gleichzeitig erlauben, enge und verwinkelte Grundstücke, Lücken oder Dachflächen optimal zu nutzen. Die Komponenten werden in Fabriken in Grossbritannien hergestellt, die Tragstruktur soll aus Brettsperrholz bestehen, als Verkleidung dienen nachhaltige Materialien.
Man rechnet beim modularen System von Adjaye Associates auch mit Standplätzen unterhalb des Strassenniveaus. Bild: Edit.rs
Das hier gezeigte Cube Haus von Adjaye Associates arbeitet mit separaten Modulen. Sie können übereinander gestapelt werden, sie lassen sich auch nebeneinander aufstellen oder in einer bestehenden Grube platzieren. Offenbar gibt es auch Accessoires, wie Trennelemente für den Aussenraum. Die Restflächen-Idee erinnert an die Minimal-Häuser in Grossstädten Japans. Der Erfolg des nach Pop Up-Lösung tönenden Konzepts wird wohl vom Geschick abhängen, die richtigen Stellplätze zu finden und eine elegante Lösung für Infrastruktur-Anschlüsse zu finden. Für eine massvolle Verdichtung hat die Idee durchaus Potenzial.

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