Postfinance Arena

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City
Bern

EINE HORITZONTALE STADTSILHOUETTE

Trotz einer Ansammlung wichtiger Institutionen der Stadt Bern, wie die BEA, das
Eisstadion und einer starken baulichen Verdichtung der Gebiete rundherum, dominiert
immer noch der vorstädtische Charakter des Gebietes. Dies hängt mit zwei Phänomenen
zusammen: Einerseits sind die Aussenräume, insbesondere der Strassenraum sehr
diffus definiert. Andererseits wirkt die baukörperliche Ausstrahlung der bestehenden
Bauten etwas provisorisch und industriell. Das Ziel sollte sein, dieses Gebiet - mit seinen
Institutionen zu einem Teil der Stadt Bern und seiner Urbanität zu machen.
Will man die Kriterien ausmachen, die die Identität dieses Gebietes beschreiben, stellt
man fest, dass alle bauten stark horizontale Bautypologien sind. Einzig das Novotel ist
ein Scheibenhochhaus. BEA, Curlinghalle, Eisstadion aber auch die vielen historischen
Militärbauten erzeugen eine vornehmlich horizontale Stadtsilhouette.

URBANE STRATEGIE UND IDENTITÄT

Die horizontale Stadtsilhouette - als dominante Identität dieses Stückes Stadt - ist der
Ausgangspunkt für die Gestaltung dieses Projektes.
Ein weiterer, formgebender Aspekt ist das Arbeitsplatzmodel der Post und der
Postfinance. Dieses Model sieht vor, dass ca. 100 Arbeitsplätze Einheiten bilden. Daraus
entstehen Geschosse von 1450 m2 oder Doppelgeschosse von jeweils ca. 725 m2
Grundfläche. Durch abwechselnde Stapelung dieser inneren Struktur entsteht die
horizontal geprägte Gestalt des Bauvolumes. Obwohl es sich eigentlich um ein hohes
Gebäude handelt, versteht es sich trotzdem als Teil der horizontalen Silhouette dieses
Gebiets und seiner Identität.

DIE GEOMETRIE DER AUTOBAHN

Die Gestalt des Gebäudes entsteht indem ein rechteckiger Baukörper von der Geometrie
Autobahn verschnitten wird. Es bildet sich ein Solitär, der aus der Vielfalt der räumlich
en und geometrischen Setzung seiner Umgebung seinen plastisch, körperhaften
Reichtum bezieht. Das Gebäude folgt dabei nicht der konkreten Kurve der Autobahn,
sondern sucht eher eine geometrische Verwandtschaft.

BESTEHENDE VELOPAVILLONS

Die bestehenden Veloabstellplätze sowie die damit verbundenen technischen Anlagen
werden in den neuen Baukörper integriert. Zu- und Abluft werden hierbei über das Dach
über dem EG abgeleitet.

KÖRPERLICHKEIT - MATERIALITÄT - URBANITÄT

Das Projekt will einen neuen Aspekt in diesen Stadtteil bringen. Dabei geht es darum,
die karrosserie- und gewerbehafte Körpersprache der bestehenden Gebäude zu
vermeiden und diesen eine solide und repräsentative Anmutung gegenüberzustellen.
Das Projekt ist zum grössten Teil mit Sandsteinplatten verkleidet. Horizontale weisse
Bänder aus Kunststein verleihen der Fassade eine schlichte Repräsentativität.
Grundsätzlich wird die Fassade vom Sandstein dominiert. Ein Material das - wie kein
anderes - stark mit der Identität der Stadt Bern verbunden ist.
Neben der typologischen Wahl des Gebäudes als gestapelte Geschosse, ist die
Materialität ein weiterer Schritt zu einem urbanem Ausdruck.
Dieser Ausdruck vermittelt auch zur Autobahn hin Urbanität und Identität. Die Fassade
versteht sich hierbei als Strassenfassade. Es wird ein Zeichen gesetzt, damit die
tausenden Benutzer der Autobahn wissen, dass sie an der Stadt Bern vorbeifahren.

UMGEBUNGSBESTALTUNG

Der Ausdruck des Gebäudes setzt auf eine kultivierte und urbane Anmutung. Die direkte
Umgebung um das Gebäude ebenfalls. Das Gebäude sitzt auf einem Trottoir aus grauen
Granitplatten. Dieser Materialwechsel zum asphaltierten Platz gliedert die Flächen vor
dem Eisstadion. Ein leichter Niveauversatz zwischen Asphalt- und Granitbelag
unterscheidet die befahrbaren von den begehbaren flächen vor dem Gebäude.
Zur Autobahn hin wird auf den GrünflaÅNchen auf Bäume verzichtet. Ein gepflegter
städtischer Grünraum zeigt auch hier eine urbane Anmutung. Der Zaun der die
Böschung zur GrünflaÅNche abgrenzt wird in Büsche integriert. Auf dieser Seite geht es
grunsätzlich darum die Hinterhofstimmung zu vermeiden. Aussenraum und Ausdruck
verstehen die Autobahn nicht als Peripherie, sondern als urbanes Phänomen.

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