Denkräume zwischen Visierstangen

Partner Kunst & Architektur: Implenia

Werden Visierstangen aufgebaut, geben sie uns Hinweise über die Dimensionen eines bevorstehenden Baus. Werden sie als Kunst aufgestellt, verhält es sich nicht anders – das Gebäude bleibt jedoch imaginär. Jüngst so geschehen im Rahmen des Kunst-und-Bau-Projekts für die Villa Rosenheim, das neue Zuhause der Raiffeisenbank in Diessenhofen bei Schaffhausen. Der international renommierte Schweizer Künstler Yves Netzhammer eröffnet damit Imaginationsräume und setzt diese in Beziehung zum real existierenden Umraum. Er wirft Fragen auf nach Beständigkeit und Vergänglichkeit und lässt über das Spannungsfeld zwischen Neubauten und alter Bausubstanz reflektieren.

Dass Gedanken bedrohlich sein können, beweist nun der Entscheid des Stadtrats von Diessenhofen: Yves Netzhammers Projekt soll abgerissen werden. So sind die Tage der Visierstangen, inklusive daraufthronendem schwarzem Raben und Aluabguss eines Plastiksacks im Innenraum nun gezählt. Die Kunst darf in Diessenhofen in Zukunft keine gesellschaftliche Verantwortung mehr wahrnehmen, kann aber noch bis zum 30. September 2014 besichtigt werden. Darüber hinaus wird anlässlich der Museumsnacht Hegau-Schaffhausen vom 20. September eine Publikation lanciert, die umfassend über das Projekt informiert. kf

Das Instrument des Horizontes – die Partitur der Blicke, Yves Netzhammer, 2014
Villa Rosenheim, Diessenhofen,
In Zusammenarbeit mit moos.giuliani.herrmann architekten
Auteur
Karin Frei-Rappenecker
Publié le
sept. 18, 2014