Das Erbe des Architekten Loepfe

ARGE Kollektiv Marudo und Zulauf & Schmidlin Architekten
12. 8月 2021
Die bestehende Treppe ist wesentlich für die räumliche Wirkung des Hauses. Sie erhielt ein neues Kleid. (Foto: Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie)

Gemeinsam haben die Büros Kollektiv Marudo und Zulauf & Schmidlin in Baden ein Wohnhaus aus den 1950er-Jahren für eine junge Familie umgebaut. Rafael Zulauf spricht über das Projekt und den Entwurfsprozess.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?


Darin, die Bedürfnisse und die Vorstellungen einer jungen Familie von zeitgemässem Wohnen zu befriedigen, ohne dabei den Charme des Hauses – oder besser: seinen fast schon radikalen Groove – zu verlieren. Durch gezielte bauliche Nadelstiche haben wir es sorgfältig saniert und dabei immer den architektonischen Grundgedanken aus dem Jahre 1958 beibehalten.

Der Eingangsbereich nach der Sanierung (Foto: Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie)
Das Haus zeichnet sich architektonisch unter anderem durch eine doppelgeschossige Galerie aus. (Foto: Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie)
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?


Die Inspiration für das Projekt war der Bestand. Seinen logischen, aber doch eigenwilligen Raumabfolgen und räumlichen Dramaturgien – zum Beispiel die doppelgeschossige Galerie mit ihrer runden Treppe auf kleinstem Raum – sowie seiner konstruktiven Präzision haben wir viel Beachtung geschenkt. Der entwerferische Prozess war stetig von der innen- und aussenräumlichen Idee des Architekten Hans Loepfe geprägt. Ausgesuchte, stets zurückhaltende Farben und Materialien haben uns geholfen, dem Bestand gerecht zu werden.

Ankunft im Wohngeschoss (Foto: Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie)
Aus der Küche blickt man auf die Galerie. (Foto: Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie)
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?


Die Reihenhaussiedlungen aus den 1950er-Jahren im Ensembleschutz prägen ein gesamtes Quartier auf der Allmend in Baden. Die Atmosphäre im Innern des Hauses trägt sich nach aussen und umgekehrt. Schon bei der Ankunft im Quartier entlang der Strassenzüge und zusammenhängenden Gärten- und Rasenflächen fühlt man sich eingeladen und kann den speziellen Charakter der Häuser erahnen. Die Interventionen, die unser Büro schlussendlich beim Umbau vorgenommen hat, wurden fast ausnahmslos vor Ort entworfen und skizzenhaft zu Papier gebracht. 

Kinderzimmer (Foto: Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie)
Badezimmer (Foto: Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie)
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?


Es gab beim Umbau des Einfamilienhauses zwei wichtige Aspekte, die auf dem Weg zu einer optimalen Lösung wichtig waren: Wir bearbeiteten – wie bei all unseren Projekte – alle Teilphasen und hatten stets die Kontrolle und den Überblick über den Entwurfsprozess, die Kosten und die Termine. Ausserdem profitierten wir bei diesem intensiven Prozess von einer engen, «workshopartigen» Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft – einer Bauherrschaft, die unserem jungen Büro von Anfang an Vertrauen geschenkt hat.

Situation
Grundrisse von unten nach oben: Eingangs-, Wohn- und Schlafgeschoss
Bauwerk
Umbau Haus Loepfe
 
Standort
Allmend, 5400 Baden
 
Nutzung
Einfamilienhaus
 
Auftragsart
Direktauftrag
 
Bauherrschaft
privat
 
Architektur
Arbeitsgemeinschaft aus Kollektiv Marudo und Zulauf & Schmidlin Architekten, beide Baden
 
Jahr der Fertigstellung
2020
 
Fotos
Kollektiv Marudo / Réne Rötheli, Atelier für Fotografie, Baden

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