Rathaus Balingen

Balingen, Deutschland
Foto © Burkhard Walther
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Architekten
Architekturbüro Manderscheid
Standort
Färberstraße 2, 72336 Balingen, Deutschland
Jahr
2003

Das 1811 nach einem schweren Stadtbrand erbaute denkmalgeschützte klassizistische Rathaus der schwäbischen Stadt Balingen musste grundlegend saniert und neuen Bedürfnissen angepasst werden.

Es war ein repräsentatives Foyer mit flexiblen Ausstellungs- und Vortragsmöglichkeiten zu schaffen, ein Bürgerbüro einzurichten und das Haus barrierefrei umzugestalten. Des Weiteren forderte die städtebauliche Lage, das Haus zum benachbarten Marktplatz zu öffnen.

In einem eingeladenen Gutachten haben wir 2000 vorgeschlagen, den Fußboden des Eingangsgeschosses als geneigte Ebene auszuführen. Dadurch konnten auf der einen Seite ein stufenloser Eingang vom Marktplatz, auf der anderen Seite ausreichend Geschosshöhe zur Einrichtung des Bürgerbüros in der darunter liegenden Ebene, geschaffen werden. Durch die Anordnung des Bürgerbüros in der Ebene Neue Straße war es möglich, das komplette Eingangsgeschoss als Foyer und Ausstellungsfläche freizuhalten. Durch eine Treppe mit Luftraum wurden der Eingang Marktplatz und der Eingang Neue Straße, welche beide durch historische Bögen führen, optisch miteinander verbunden.

Das Bürgerbüro in der Neuen Straße zeigt sich dem ankommenden Bürger offen und transparent.

Das Erdgeschoss beherbergt die Infotheke und ein Foyer, in dem Ausstellungen, Trauungen und kleinere Vorträge stattfinden können. Die Flure in den Obergeschossen wurden so umgestaltet, dass sie mit ausreichend Tageslicht belichtet sind.

Die im Dachgeschoss liegenden Arbeitsräume erhalten durch ein flächenbündig ins Dach gelegtes Fensterband ausreichend Tageslicht und einen schönen Blick auf den Albtrauf. Gläserne Türen und schlanke Lichtschlitze lassen den beeindruckenden historischen Dachstuhl in seiner Gesamtheit spürbar werden. Das Haus ist nach der gültigen Wärmeschutzverordnung gedämmt.

Es war unser Ziel nachzuweisen, dass auch im denkmalgeschützten Altbau das Umsetzen eines guten Energiesparstandards möglich ist. Hierzu waren individuelle technische Lösungen bei verschiedenen Detailpunkten zu suchen. Die Fenster mit Sandsteingewänden im Erdgeschoss wurden in ihrer alten Lage belassen. Die Stahlfenster sind umseitig auf der Innenseite mit Schaumglas gedämmt, die Wärmebrücke ist damit tauwasserfrei. Fenstergewände und Sockelfries aus gesandstrahlten Betonfertigelementen fangen die Mehrstärke der Fassade durch die Vollwärmedämmung auf. In der Laibungsansicht der Fenster bleibt das alte Sandsteingewände sichtbar und somit der konstruktive Hintergrund dieses Details verständlich. Die 5-jährigen Messungen des städtischen Fachamtes ergaben seit Fertigstellung eine nachgewiesene Heizenenergieeinsparung auf ca. 25% des Wertes vor der Sanierung! Damit ist es das sparsamste von der von der Stadtverwaltung genutzte Häuser, trotz Denkmalschutz!

Über die Wahl einer angenehm kräftigen Farbigkeit entsteht eine innere Durchgängigkeit und offene Stimmung.

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