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Zeichnung © BLLA

Grabfeld für Muslime

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Standort
Winterthur
Jahr
2012
Bauingenieur
Thomas Böni GmbH, Winterthur

Eingeladener Wettbewerb
2008, 1. Preis;

Der Friedhof Rosenberg ist ein Schutzobjekt von kantonaler Bedeutung. Die neue Anlage fügt sich selbstverständlich in die Situation ein und belässt die historische Bausubstanz nahezu unangetastet. Die unmittelbar an den bestehenden Friedhof vorgelagerte Situierung schafft grösstmöglichen Abstand zu den Kleingärten und dem Flurweg. Die Erweiterung verwebt sich mit den angrenzenden Bauetappen und wird zum Bestandteil der Gesamtanlage. Mit wenigen Terrainverschiebungen passt sie sich in die Topographie des leicht abfallenden Hanges ein. Die Flächen können behindertengerecht erreicht werden. Zwei Zugänge führen auf einen breiten, mit kleinkronigen Bäumen durchsetzten Betonweg. Von hier aus können die Grabfelder betreten werden. Sie sind durch 1.20 Meter hohe Mauern aus grob gespitztem Kalksteinbeton gegliedert. Diese Mauern sind nach Mekka ausgerichtet und geben dadurch den Gräbern die Richtung vor. Die Grabstätte wird durch den lockeren Hain mehrstämmiger Felsenbirnen geprägt. Diese Pflanze zeichnet sich durch vielseitige Eigenschaften aus: malerische Wuchsform, dunkle Rinde, weisse Blüten und eine schöne Herbstfärbung. Den Abschluss gegen Westen bilden zwischen die Mauern eingespannte, etwas niedrigere Buchshecken. Die Grabfelder liegen in einem Kiesbelag und sind mit einem changierenden Thymianteppich bepflanzt. Als Sitzgelegenheiten werden eine Anzahl Stühle zur flexiblen Aufstellung angeboten. Als typisches Merkmal des bestehenden Friedhofs befindet sich südlich des Betonweges ein neuer Brunnen aus geschliffenem Kalksteinbeton. Das Plätschern von Wasser und seine Ausgestaltung mit Überlaufbecken und offener Ablaufrinne nehmen Bezug zur maurischen Baukultur. Als wichtiges Element der Muslimischen Bestattungskultur befindet sich auf einer freibleibenden Fläche eine Aufbahrungsmöglichkeit für die Verabschiedung.

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