Mehrfamilienhaus Schwerzenstrasse 8

Oetwil am See
Aussenbild
Innenbild
Architekten
REICHLE ARCHITEKTEN
Jahr
2021
Stockwerke
1–5 Stockwerke

Die Höhenentwicklung begleitet die bestehende Topografie
Das leicht abfallende Grundstück entlang der Schwerzestrasse bildet städtebaulich den Übergang von den Grossformen mit dessen Mehrfamilienhäusern zu einer kleinkörnigeren Struktur von Einfamilienhäusern. Der Neubau integriert sich in Proportion und Massstäblichkeit in den bestehenden Kontext, indem er sich mit der horizontal und vertikal gegliederten Gebäudeform der jeweiligen Situation annimmt und dementsprechend den Gesetzmässigkeiten der beiden Strukturen gerecht wird. Das Treppenhaus übernimmt den Höhensprung im „Splitt“ und sorgt dafür, dass sich das Gebäude der Topographie noch besser annimmt.

Der Neubau tritt mit einer feingliedrigen und natürlichen Fassadenstruktur in Erscheinung und mit dem umlaufenden Vordachkranz erhält das Gebäude einen differenzierten oberen Abschluss. Die Loggias verleihen dem Gebäude die offene und lockere Struktur, und vermögen das kompakte Volumen gegenüber der Einfamilienhausumgebung aufzubrechen. Das Sockelgeschoss mit den Ateliers ist in der Gestaltung der Fassade ablesbar.

Der Hauszugang ist über die Schwerzestrasse entlang der Grenze und den Vorgärten der Studios geführt und der neue Platz zwischen dem Neubau und dem bestehenden Gebäude Jöndler 5 dient nicht nur als Erschliessungsfläche, sondern modelliert das Terrain zum Jöndler flacher, so dass dessen Sitzplätze aufgewertet werden. Drei Ateliers sind direkt über den Vorgarten erschlossen. Zusätzlich ist das neue Gebäude entlang der Garageneinfahrt vom „Jöndler“ per Auto zugänglich. Analog der Centrumsüberbauung wird bereits jetzt ein „Schleichweg“ angedacht, welcher direkt auf die Langholzstrasse führt.
Die Garageneinfahrt ist auf die Jöndlerstrasse gerichtet. Entsprechend entfällt eine grosse Einfahrtsnarbe (Rampe) in der Umgebung und es besteht die Möglichkeit, eine gemeinsame Einfahrt für kommende Überbauungen (Kindergarten und Jöndler 5) zu generieren. An dieser Stelle sind auch die Besucherparkplätze angedacht.

Der Neubau ist auf ein breites Spektrum von Altersgruppen angedacht, welche einerseits die Privatsphäre schätzen und die grosszügig Loggias als zusätzliches „Sommer-Zimmer“ gestalten und geniessen möchten.
Entsprechend zielt das Projekt auch auf ältere Menschen und Personen mit einem „grünen Daumen“ ab, welche es verstehen, die Aussenflächen (Loggias) entsprechend zu nutzen und bereits in Oetwil am See zu Hause sind. Die Ateliers & Studios sind zum Beispiel für die Mitarbeiter der Clienia gedacht und verfügen jeweils über einen eigenen Vorgartenbereich.
Selbstbestimmtes Wohnen im Alter
Es werden 2,5-, 3,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen gebaut, die das selbständige Wohnen bis ins hohe Alter ermöglichen. Die Wohnungen und die Zugänge werden benutzerfreundlich und barrierefrei (alters- und behindertengerecht) gestaltet.

Der Hauszugang mit Pergola dient gleichzeitig als Begegnungsfläche. Die Sitzbänke laden an dieser Stelle zum Verweilen oder einem Schwatz mit dem Nachbarn ein.

Es werden ausschliesslich einheimische und standortgerechte Arten verwendet (in Anlehnung an die Wohnüberbauung Centrum > Idee nachträgliche Arealüberbauung).

Trotz der feingliedrigen und differenzierten Gestaltung ist der Neubau aus energetischer Sicht kompakt gehalten und erfüllt die Vorgaben für nachhaltiges Bauen. Durch die natürliche Materialisierung entstehen behagliche Atmosphären. Auf eine nachhaltige, natürliche Fassade haben wir grossen Wert gelegt. Aus diesem Grund empfehlen wir eine hinterlüftete Holzschalung, welche optimale Eigenschaften aufweis
guter sommerlicher Wärmeschutz und Feuchtigkeitshaushalt
aktiv atmende Fassade
lange Lebensdauer (guter Witterungsschutz dank entsprechen ausgestaltetem Vordach)
geringes Risiko an Bauschäden und Unterhalt
Die Erfahrung zeigt, dass dies ein sehr bewährtes Fassadensystem ist und wir können dadurch diese Konstruktion als absolut prüfenswerte und kostengünstige Alternative gegenüber einer Kompaktwärmedämmung empfehlen.

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  • Museum of Inuit Art
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