Christa de Carouge

Im November sind die Räume des Kunsthauses Zug wohl in Schwarz anzutreffen: Christa de Carouge ist zu Gast. Die letzte Ausstellung des Jahres widmet sich für einmal dem Textildesign. Retrospektiv fasst die heute 80-jährige (geb. 1936 in Basel) erstmals ihr Schaffen in einer Gesamtschau zusammen. Eine Ausgangslage, die gleichzeitig Blicke zurück und auch nach vorne verlangt. De Carouge zeigt dem Besucher, was sie aus einer reichen Karriere mitgenommen hat und öffnet auch den Vorhang für eine ganz neue Bühne, für ein grosses Experiment: Sie wird das gesamte Kunsthaus bespielen und mit Stoffen in die reale Architektur des Kunsthauses intervenieren. ‹Bitte berühren›, wird es da heissen, wenn ihre Tuch-Installationen zum Anfassen, Einkuscheln, Überziehen und Umhängen einladen. «Meine Kleider sind keine Mode», sagt Christa de Carouge. Vielmehr seien sie Wohnraum für die Menschen, die sich in sie einhüllen. Eine Behausung, in der man sich an jedem beliebigen Ort zuhause fühlen könne. Sie sieht zwischen Trägerin und Kleid eine Beziehung, die Trends und Kurzlebigkeiten trotzt. De Carouges künstlerische Anfänge reichen in die 1970er-Jahre zurück, sie hat die Debatte um das hiesige Frauenbild mit ihren Entwürfen begleitet und mitgestaltet. Ihre ersten Arbeiten sind aus dem Gefühl des Aufbruchs entstanden und haben bis heute viel mit Freiheit zu tun. ‹La dame en noir› kleidet nicht nur sich selbst seit rund einem Vierteljahrhundert ausschliesslich in Schwarz. Auch ihre weit gefassten, charakteristischen Entwürfe sind es. Schwarz lenke nicht ab, lasse den Blick frei für Strukturen und Eigenheiten von Textilien, sagt sie. 

Eines ihrer Geschäfte führte sie in den Genfer Vorort Carouge, wo sie ab 1978 auch ein eigenes Atelier unterhielt – ein prägender Ort für die Designerin, derart, dass sie ihn als Künstlername wählte. Als eine der wenigen Schweizerinnen schreibt sie auch über die Landesgrenzen hinaus Modegeschichte, verkaufte ihre Designs nicht nur in Zürich, sondern auch in vielen europäischen Metropolen. Vor zwei Jahren beendete Christa Furrer, wie de Carouge mit bürgerlichem Namen heisst, ihre Karriere. 

Die Ausstellung in Zug wird neben Installationen auch Skizzen und Fotos zeigen und von Veranstaltungen begleitet werden. In einer Tradition der Grenzbereiche zur Kunst möchte das Kunsthaus Zug mit einer Vertreterin aus dem Textildesign ein weiteres Mal freigesetzte Bereiche erforschen. De Carouge wird während der gesamten Ausstellungsdauer regelmässig in ‹ihrem› Haus anzutreffen sein.

Wann
18. November 2017 bis 18. Februar 2018
Wo
Kunsthaus Zug
Dorfstrasse 27
Zug
Organisator
Kunsthaus Zug
Links
www.kunsthauszug.ch/

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