Aalto-Hochhaus geräumt

Manuel Pestalozzi
7. August 2017
Die Wiese beim Aalto-Hochhaus wartet auf eine Verdichtungsmassnahme. Sie ist in die Wege geleitet. Bild aus dem Jahr 2015: Manuel Pestalozzi

Das Wohnhaus des berühmten Finnen in Luzern-Schönbühl stammt aus den 1960er-Jahren. Seit Ende Juli steht es zwecks Sanierung leer. Das umliegende Quartier soll nun «noch finnischer» werden.

Schönbühl liegt am Südufer des Luzernersees, dem Westarm des Vierwaldstättersees. Erst zwei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg näherte sich das Siedlungsgebiet zaghaft der landwirtschaftlich genutzten Gegend, zu der auch der Matthof gehörte. Mit den damaligen Eigentümern des Matthofs hat die Familie von Schumacher in den 60er Jahren die Entwicklung des Schönbühler Wohnquartiers Langensand/Matthof angestossen und das Erscheinungsbild mit dem Aalto-Hochhaus und dem ersten Shopping Center der Schweiz stark geprägt, weiss Zentralplus.
 
Der Familie von Schumacher gehören heute neben dem Komplex mitunter Liegenschaften an der benachbarten Hirtenhofstrasse sowie der 2014 fertiggestellte Wohnkomplex «Schönbühl Park» mit 72 Wohnungen. Weitere Überbauungen folgen: Mit den Bauarbeiten für die «Schönbühl Allee» wurde gerade begonnen, und die Bebauungspläne für die Wiese zwischen Hirtenhof- und Langensandstrasse liegen auch schon auf dem Tisch. Geplant haben beide Projekte ein Büro aus Finnland, Arkkitehtuuritoimisto Heikkinen-Komonen Oy aus Helsinki, die bereits für den «Schönbühl-Park» und die 2012 erbauten Wohnhäuser an der Hirtenhofstrasse 81 und 83 mit total rund 50 Wohnungen zuständig waren. Das Quartier werde «noch finnischer» meint die Luzerner Zeitung.
 
Das Aalto Hochhaus erwartet nach 50 Jahren eine Sanierung von Grund auf. Das Haus werde praktisch auf den Rohbau zurückgeführt, verriet Bauherr Nicolas von Schumacher Zentralplus. Es benötige tiefe Eingriffe für die Verbesserung des Energie- und Wärmehaushaltes, des Tritt- und Schallschutzes, des Brandschutzes und der Erdbebensicherheit. Trotzdem ist von Schumacher zuversichtlich, dass der Charakter des Gebäudes bewahrt bleibt. «Alvar Aalto hat hier ein besonderes Haus mit einer modernen Architektur geschaffen», meint er, «es ist das einzige Bauwerk des Stararchitekten in der Schweiz. Das gilt es unbedingt zu bewahren.»

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