Architekturgenuss in Biel

Manuel Pestalozzi
2. April 2019
Der Loft im Dachgeschoss des roten Hauses wartet auf Feriengäste. Bild: Gataric Fotografie für Stiftung Ferien im Baudenkmal

Stetig vergrössert sich das Angebot für die Ferien im Baudenkmal. Auch bei den Destinationen entwickelt sich eine erstaunliche Vielfalt. So kann man nun in der Stadt Biel zwischen Bauten aus dem Spätmittelalter und der 1930er-Jahre-Moderne auswählen.

Die Aussicht ist grandios: Man kann den Blick schweifen lassen über die Dächer der Altstadt, vorbei am Kirchturm und in die Jurahänge hinein. Die Gäste sind im Dachstock des im Kern spätmittelalterlichen Altstadthaus «Du Bourg» im historischen Stadtkern Biels angekommen. Im Gebälk befanden sich einst die Dienstkammern, doch nun wurde dort eine Wohnung für zwei Personen eingerichtet, die über die Stiftung Ferien im Baudenkmal als Ferienwohnung gemietet werden kann. Bei der Restaurierung stand die Wiederherstellung der ursprünglichen Bausubstanz im Vordergrund; fehlende Elemente wurden bei der Restaurierung durch das Büro Guido Kummer & Partner aus denkmalpflegerischen Beständen ergänzt. So befindet sich ein mächtiger Turmofen in der Dachwohnung, der früher im Schulhaus Lorraine in Bern stand. 

Der Turmofen wärmte einst ABC-Schütz*innen im Lorraine Schulhaus. Bild: Gataric Fotografie für Stiftung Ferien im Baudenkmal 

Szenenwechsel ins «Eichhölzli». Dort, hoch über dem Stadtzentrum, steht ein modernistisches Mehrfamilienhaus der Architekten Hans Wildbolz und Max Rikli mit Jahrgang 1933. Die kubisch geschlossene Volumetrie und ein runder, verglaster Balkonerker kennzeichnen es als Beispiel einer zurückhaltenden Variante dieses Baustils – man denkt an das Loryspital oder das Säuglingsheim Elfenau in Bern, die von Rudolf Otto Salvisberg entworfen wurden. Ferien machen kann man hier in einer Studiowohnung für zwei Personen im Attikageschoss. Von der grosszügigen Terrasse aus hat man eine wunderbare Aussicht. Die original beibehaltene Raumstruktur der Wohnung sowie die authentische Möblierung versetzten die Gäste in die 1930er-Jahre. 

Die Hanglage im «Eichhölzli» gewährt einen herrlichen Blick auf die Stadt. Bild: Gataric Fotografie für Stiftung Ferien im Baudenkmal 

Wer einmal für etwas weniger verbratenen Flugtreibstoff gerade stehen will, sollte sich zur Abwechslung eine Städtereise nach Biel gönnen. Gerade in Sachen Architektur hat die Stadt einiges zu bieten. Die Ferien im Baudenkmal böten für ein solches Vorhaben eine stilvolle Unterkunft.

Das Raumkontinuum reicht in der kleinen Attikawohnunge vom Bett bis zur Terrasse. Bild: Gataric Fotografie für Stiftung Ferien im Baudenkmal 

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