In eigener Sache

Danke und auf Wiedersehen

 Juho Nyberg
18. Dezember 2018
Stabübergabe in der Redaktion. Links zu sehen ist Jenny Keller, rechts ihr Nachfolger Elias Baumgarten. Bild: as
Zum Ende des Jahres verlässt Jenny Keller unser Redaktionsteam. Über lange Zeit hat sie das Magazin geleitet und weiterentwickelt. Ein Blick zurück.
Für das Zehnjahres-Jubiläum hätte nicht mehr viel gefehlt. Seit 2011 verantwortet Jenny Keller die Redaktion des Magazins von Swiss-Architects, nun schlägt sie per Jahreswechsel neue Wege ein. Unser erstes Treffen war ein ganz informelles: an einem Nachmittag im Café Odéon beim Bellevue tauschten wir uns ein erstes Mal aus, lernte ich meine zukünftige Chefin kennen. Unter Jennys Einfluss kamen neue Sichtweisen in den Redaktionsalltag, die Popkultur und ihre Protagonisten hielten Einzug: Ice Cubes Vorliebe für Design und das Interesse von Kanye West oder Pharrell Williams lockerten den Diskurs über Architektur auf – dies seit Oktober 2014 sogar in täglichem Rhythmus, nachdem der wöchentliche Newsletter um täglich publizierte Beiträge auf der Webseite ergänzt wurde.

Das Gleichgewicht zur Leichtigkeit der Popkultur hielten weiterhin die Hintergrundartikel, die Jenny mit grosser Leidenschaft und oft mit persönlichem Bezug verfasste. Etwa anlässlich der 13. Architekturbiennale, als Jenny ihren ehemaligen Diplomprofessor Miroslav Šik zu einem Interview traf. Das bereits von Inge Beckel hochgehaltene Thema der Genderfrage und -gleichheit wurde von Jenny selbstverständlich weitergetragen und in verschiedenster Weise bearbeitet. Auch im Alltag durch sie selbst als Person, die mit ihrer Haltung und Sichtweise den den Frauen gebührenden Raum in der immer noch stark männerdominierten Architektenwelt freundlich aber bestimmt einforderte und – hoffentlich – auch erhielt. Mit der Einführung einer regelmässig erscheinenden Ausgabe unseres Magazins auf Französisch öffnete Jenny Swiss-Architects bewusst in Richtung Westschweiz.

Die Schweiz ist ein Dorf und Zürich noch viel mehr. Jenny wird sich in dem einen oder anderen neu positionieren und uns bleibt die Hoffnung an ein gelegentliches Wiedersehen auf dem Dorfplatz – sei es für einen freundschaftlichen Schwatz (und natürlich einen Apéro) oder einen gelegentlichen Beitrag in unserem Magazin. Ich danke dir, Jenny, sehr herzlich für die vielen gemeinsamen Jahre, Artikel und Gespräche!

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