Eine Doppelspitze für den BSA

Elias Baumgarten
27. Mai 2024
Lilitt Bollinger (links) und Anja Beer wurden bei der 117. Generalversammlung des BSA am 24. Mai als neue Präsidentinnen gewählt. (Foto: Basile Bornand)

Mit langem Applaus verabschiedeten die Mitglieder des Bundes Schweizer Architektinnen und Architekten (BSA) ihre scheidende Präsidentin Ludovica Molo. Acht Jahre hatte die Tessinerin den Berufsverband geführt. Ihre gewinnende Art und ihre Vielsprachigkeit machten sie bei Architektinnen und Architekten aus allen Landesteilen beliebt. Unter ihrer Leitung konnte der BSA seine Rolle als Ansprechpartner in Sachen Baukultur festigen: Es entstanden neue Plattformen für den Architekturdiskurs und die -vermittlung wie die jährlichen BSA-Tagungen mit zugehörigen Publikationen zu relevanten Themen wie der Arbeit der Stadtbildkommissionen, der Partizipation, der Digitalisierung oder dem Wettbewerbswesen. Ludovica Molo setzte sich nicht nur als BSA-Präsidentin für die Schweizer Baukultur ein, sie ist auch Direktorin des Istituto Internazionale di Architettura i2a und Kommissionsmitglied beim renommierten Wakkerpreis.

Nun bekommt der BSA eine Doppelspitze: Lilitt Bollinger und Anja Beer wurden als neue Präsidentinnen gewählt. Lilitt Bollinger führt in Nuglar ein eigenes Büro. Im Rahmen unserer Interviewserie D-A-CH-Gespräche zeigte sie sich als leidenschaftliche Kämpferin für eine hochstehende Baukultur. Es sei wichtig, sagte sie im Gespräch mit Max Otto Zitzelsberger aus Bayern und dem Vorarlberger Stefan Marte, Überzeugungsarbeit zu leisten und unermüdlich auf qualitätsvolle Architektur hinzuwirken. An gleicher Stelle forderte sie, vorhandene Bauten umzunutzen, statt neue zu errichten. Zu den Arbeiten der an der ETH Zürich ausgebildeten Architektin gehören grossartige Umbauten. 2019 erhielt sie für ihr Wohnatelierhaus auf den Fundamenten eines alten Weinlagers in Nuglar den «Goldenen Hasen» der Architekturzeitschrift Hochparterre. Wenn Lilitt Bollinger nicht entwirft, ist sie politisch aktiv: Seit 2021 amtet sie als Gemeinderätin für das Ressort Hochbau und Planung in Nuglar-St. Pantaleon und setzt sich dort für qualitätssichernde Verfahren ein. Seit 2024 engagiert sie sich ausserdem in der Stadtbildkommission Zug.

Anja Beer ist ausgebildete Hochbauzeichnerin und studierte an der Fachhochschule Nordwestschweiz Architektur. 2010 gründete sie zusammen mit David Merz das Büro Beer Merz Architekt:innen in Basel. Ähnlich wie Lilitt Bollinger ist auch Anja Beer für sorgfältige Umbauten bekannt, hat aber mit David Merz auch etliche gelungene Neubauten verwirklicht. Der jüngste Erfolg der beiden ist der Gewinn des Studienauftrags Eisenbahnweg Basel. Ihr Holzbau mit Maisonettewohnungen bietet den zukünftigen Bewohnenden dank der Vor- und Rücksprünge der Fassaden vielfältige Aussenräume. Auch Anja Beer ist über die Arbeit im Büro hinaus politisch engagiert: Seit 2023 ist sie Mitglied der Ortsbildkommission der Gemeinde Riehen.

Neben Lilitt Bollinger und Anja Beer wurden bei der 117. Generalversammlung des BSA Pascale Guignard, Anja Meyer, Raphaël Nussbaumer und Luca Deon in den Zentralvorstand gewählt.

Verwandte Artikel

Vorgestelltes Projekt

Kaundbe Architekten

Turmhaus an der Saar

Andere Artikel in dieser Kategorie