Hardturm-Schrittchen

Manuel Pestalozzi
3. April 2019
So soll sich der Hardturm-Komplex zur Pfingstweidstrasse präsentieren. Bild: nightnurse images

Der jahrelange Stadion-Tango um die Hardturmbrache im Westen der Stadt Zürich ist um ein Schrittchen reicher: Der Volksabstimmung vom 25. November 2018 ist Rechtskraft erwachsen!

Man erinnere sich: Am 25. November 2018 hat die Zürcher Stimmbevölkerung über ein drittes Stadionprojekt abgestimmt, das auf der Hardturmbrache entstehen soll. Mit 53,8 Prozent Ja-Stimmen hat sie sich für das Projekt «Ensemble» von Boltshauser Architekten, Pool Architekten und Caruso St John Architects ausgesprochen. Die Sportstätte soll Platz bieten für 18'000 Fans. Ausserdem sollen 174 Genossenschaftswohnungen der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich sowie rund 600 Wohnungen in zwei Hochhäusern der Anlagestiftungen der Credit Suisse unterkommen. Die SP kämpfte gegen die vom Zürcher Stadtrat lancierte und gestützte Vorlage: zu wenig gemeinnützige Wohnungen, zu viel Profitmeierei!

Zum Repertoire der Rechtsmittel, mit denen man den Fortschritt des Projekts bremsen kann (oder es vielleicht ganz verhindern, wie im Fall des ersten Entwurfs), gehört der Stimmrechtsrekurs. Dieser wurde gegen die Abstimmungsvorlage erhoben und kurz vor der Abstimmung durch den Bezirksrat abgewiesen. Die Rekurrierenden gelangten an die nächste Instanz, das Verwaltungsgericht. Es hat die Beschwerde ebenfalls abgewiesen und damit bestätigt, dass die Abstimmungsvorlage der Stadt Zürich keine erheblichen Unregelmässigkeiten enthielt, die eine entscheidende Beeinflussung des Abstimmungsergebnisses als möglich erscheinen liessen. Bei der nächsten Instanz, dem Bundesgericht, wurde in dieser Sache innert zulässiger Frist kein Rechtsmittel eingelegt. Somit ist die Volksabstimmung zum Areal Hardturm rechtskräftig!

Diese Informationen aus dem Finanzdepartement der Stadt Zürich lassen auf konkrete Fortschritte in absehbarer Zeit hoffen. Aktuell wird der private Gestaltungsplan zuhanden des Stadtrats und des Gemeinderats ausgearbeitet. Über diesen muss dann befunden werden. Und den Bürger*innen bieten sich erneut Möglichkeiten zum Rekurs. Derweil droht dem kränkelnden Hardturm-Heimclub Grasshopper der Abstieg aus der Super League. Aber die Challenge League entspricht der Situation vielleicht auch eher, nicht?

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