Mehr Forschung: Wachstum in Dübendorf

Manuel Pestalozzi
7. Mai 2021
Dem neuen Parkhaus an der Ueberlandstrasse wird eine Portalfunktion zukommen. Die dahinter liegende Anlage soll nahezu autofrei sein. (Visualisierung: SAM Architekten / Filippo Bolognese Images)

Anfang Mai fiel der Startschuss zur Erweiterung des gemeinsamen Campus der ETHZ-Forschungsinstitutionen Empa und Eawag. Neben einem Labor entstehen ein Multifunktionsgebäude und ein Parkhaus.

Am 5. Mai erfolgte in Dübendorf der Spatenstich für ein neues Laborgebäude der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) und der Eawag (Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz). Zuvor gingen an einem zweistufigen Gesamtleistungswettbewerb zehn Projektvorschläge ein, von denen es drei in die finale Auswahlrunde schafften. Ende 2019 schliesslich wurde das Siegerprojekt auserkoren. Die Erweiterung des Campus wird in der ersten Etappe mit dem Siegerteam aus der Firma Implenia, SAM Architekten und Andreas Geser Landschaftsarchitekten realisiert.

Der Neubau entsteht am Ostrand des Empa-Areals und vis-à-vis vom bekannten Forschungsgebäude NEST. Zusammen mit diesem und dem weiter südlich angeordneten Multifunktionsgebäude mit 1000 Quadratmetern Bürofläche und Gastronomie im Erdgeschoss wird das Laborgebäude einen neuen Campusplatz fassen. Das kompakte Volumen soll 60 neue Laborräume und Büros aufnehmen. Das Erdgeschoss enthält überdies Multifunktionsflächen. Das Gebäudevolumen des Labors beträgt knapp 40 000 Kubikmeter. Südlich des Multifunktionsgebäudes ist ein Parkhaus mit 260 Stellplätzen geplant. Es wird dereinst auch als Unterkunft der Empa-Flotte dienen – inklusive Werkstatt und Waschanlage. Vorgesehen ist zudem eine Verkaufsfläche für einen Areal-Laden.

Die Abwärme des Labors soll in einem Saisonspeicher für den Winter gesichert werden. (Visualisierung: SAM Architekten / Filippo Bolognese Images)
Forschung am Bau

In den Erweiterungsbauten sollen auch Entwicklungen aus den Empa-Labors zur Anwendung kommen. So wird etwa ein Feld mit 144 Erdsonden, die bis zu 100 Meter in die Tiefe reichen, die Abwärme der Gebäude speichern. Im Winter soll jene nämlich zu Heizzwecken dienen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts möchte man diese Neuheit eingehend untersuchen, um zu erfahren, wie sie die Energieversorgung des Campus, den Betrieb und die Versorgungssicherheit beeinflusst. Zudem wird im neuen Laborgebäude dank spezieller Trenntoiletten Urin gesammelt und zum sogenannten Water Hub der Eawag im NEST geleitet. Im dortigen Labor wiederum wird er zu Pflanzendünger verarbeitet.

Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten bis 2024 abgeschlossen sein.

Links im Bild das neue Laborgebäude, hinten der Multifunktionsbau; die beiden Volumen werden zusammen mit dem NEST einen neuen Campusplatz fassen. (Visualisierung: SAM Architekten / Filippo Bolognese Images)

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