Neues Resort ob Locarno?

Manuel Pestalozzi
7. Februar 2020
Die geplante Hotelanlage setzt sich aus zahlreichen verschiedenen Volumen zusammen. (Visualisierung: Gruner & Friends)

Monte Brè liegt hoch über dem Lago Maggiore. Ein Investor möchte in dieser Idylle ein neues, dorfartiges Resort realisieren. Das Projekt steht, doch Behörden wie Bevölkerung sind kritisch.

Heute ist der Weiler Monte Brè oberhalb von Locarno eine Streusiedlung. Sie liegt auf einer Waldlichtung an einem Südhang in rund 1'000 Metern Seehöhe. Etwas weiter östlich sind die Kabel für die Schwebebahn zur Alpe Cardada gespannt. Dem Investor Aedartis aus Pfäffikon (SZ) und dem Architekturbüro Gruner & Friends aus Basel schwebt hier ein 5-Sterne-Resort namens «Borgo Miranda» vor, das wie ein Dorf aus zahlreichen kleineren Einzelbauten bestehen soll, welche öffentliche Wege und Plätze einfassen – und eine herrliche Aussicht auf den Lago Maggiore gewähren.

Die Anlage mit 17 Suiten, 53 Apartments, zwei Restaurants, einer Bar, einem Innen- und einem Aussenpool soll auf der 1,4 Hektar grossen Parzelle auch eine Bäckerei und ein Café, Konferenzräume und einen Kinderclub umfassen. Die Erschliessung soll über eine schmale Strasse erfolgen, die sich in vielen Windungen die rund 800 Höhenmeter aus dem Zentrum von Locarno heraufschraubt. Demnächst soll die Baubewilligung beantragt werden. 

Ende Januar dieses Jahres stellten die Projektverantwortlichen ihre Pläne der lokalen Bevölkerung vor. Sie stossen nicht nur auf Begeisterung. Die Stadtregierung von Locarno nahm an der Präsentation gar nicht erst teil, wie der Blick unter Berufung auf das Hotellerie-Branchenportal htr.ch schreibt. Sie habe in einer Medienmitteilung darauf verwiesen, dass Monte Brè und der Aussichtspunkt Cardada für die nächsten fünf Jahre unter Schutz stehen. Der Gemeinderat müsse zudem erst über eine kommunale Volksinitiative zur Anpassung des Zonenplans entscheiden. Diese sehe vor, dass Grossprojekte in Monte Brè gar nicht mehr möglich sind.

Die Kleinteiligkeit der Anlage begünstige die Integration ins Gelände, finden Investor und Architekten. (Visualisierung: Gruner & Friends)

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