Winterthurs Merkurplatz – ein «Urban Forest»?

Manuel Pestalozzi
5. Mai 2020
So stellt sich die Stadt Winterthur den neuen «Urban Forest» vor. (Visualisierung: zvg Stadt Winterthur)

Die Behörden wollen den Platz beim Stadtgarten mit Pop-up-Möbeln, Bäumen, Sträuchern und mehr Take-away-Angeboten aufwerten. Architekt*innen kritisieren die Pläne.

Eigentlich wollte man nach Ostern loslegen: Künftig sollen sich Passant*innen auf Winterthurs Merkurplatz in einen kleinen «Urban Forest» begeben können. Auf der etwas im Windschatten des Verkehrs liegenden Freifläche mit dem Musikpavillon von Arnold Amsler sind anstelle der runden Sitztröge aus Beton viele Pflanzbehälter geplant, in denen einheimische Bäume, Sträucher und Stauden wachsen sollen. Dies kündigte die Stadt Anfang April an. Eine Pop-up-Möblierung mit grossen Sitzbalken aus «Winterthurer Käferholz» werde zum Verweilen einladen, sobald die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dies erlaubten, hiess es weiter.

Zwei Wochen später berichtete toponline.ch von einer Verzögerung, die nichts mit dem Virus zu tun hat: Zuerst muss noch die Decke des Parkhauses unter dem Platz saniert und neu abgedichtet werden. Das Newsportal weiss ferner auch von einer Opposition gegen das Vorhaben. Es beruft sich auf die Zeitung Der Landbote, nach deren Bericht das Vorgehen in Architektenkreisen auf Kritik stösst. Die Rede ist von einer Hauruckaktion des Stadtrats. Die Stadt schaffe vollendete Tatsachen, ohne eine Diskussion zuzulassen, ist zu lesen. Für die Architekt*innen seien vor allem zwei Dinge unklar: Warum braucht es die über CHF 100'000 teure Übergangslösung und wieso koordiniert Stadtgrün das Projekt und nicht das Amt für Städtebau. Nun, der Sommer kommt, bald wird man sehen, ob der «Urban Forest» spriesst oder nicht.

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