Zoff im Bruchquartier

Manuel Pestalozzi
27. August 2019
Die Visualisierung des Ersatzneubaus erzeugt Spannung, macht allerdings auch den enormen Massstabssprung evident. (Visualisierung: Büro Vier)

Luzerns Bruchquartier steht etwas im Schatten der Hotspots in der Reussmetropole. Doch auch dieses Viertel soll verdichtet werden. Nicht alle können sich ohne weiteres damit anfreunden, wie ein Ersatzneubauprojekt zeigt.

Einem alten Haus, Baujahr 1865, an der Gibraltarstrasse 4 in Luzern soll es an den Kragen gehen, berichtet zentralplus.ch. Die dreigeschossige Liegenschaft soll einem sechsgeschossigen Neubau mit zwölf kleinen Wohnungen und insgesamt 20 Zimmern weichen. 2020 könnten die Bauarbeiten beginnen und die Abrissbirne geschwungen werden. Das auf dem alten Giebeldach hoch aufragende Baugespann hat aber Teile der Quartierbevölkerung aufgeschreckt. Man fürchtet, das Projekt werde den Charakter des Quartiers mit seiner «Kleingewerbementalität» sprengen und will für eine moderatere Verdichtung kämpfen.

Architekt und Eigentümer Alexander Galliker, der das Büro Vier betreibt und Mitinhaber der Galliker und Riva Architekten AG ist, hat sein Büro in der Gibraltarstrasse. Er ist mit den örtlichen Verhältnissen vertraut. Bei allem Verständnis für die Argumente der Gegner*innen ist er der Meinung, dass der politische Protest zu einem früheren Zeitpunkt hätte geleistet werden müssen. Nämlich dann, als der Zonenplan vor ein paar Jahren im Mitwirkungsverfahren entwickelt und per Abstimmung von den Luzerner*innen angenommen wurde. Sein Projekt sei regelkonform. Das Beispiel zeigt exemplarisch, dass der Weg zur urbanen Verdichtung nicht ohne Hindernisse sein wird.

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