Alterszentrum Bündner Herrschaft

Eine zentrale Halle als Dreh- und Angelpunkt

1. Dezember 2011

Alterszentrum Bündner Herrschaft
2011

Maienfeld GR

Auftragsart
Offener Wettbewerb (Dominik Isler, Zürich)

Bauherrschaft
Stiftung Alterszentrum Bündner Herrschaft, Maienfeld

Architektur
ARGE Isler Gysel Architekten und bhend.klammer architekten, Zürich
Mitarbeit: Claudia Wunderlich, Kim Sneyders

Fachplaner
Bauingenieur: Edy Toscano AG, Chur
HLKS: Hans Luzi Züst Haustechnik, Grüsch GR
Elektroplanung: Brüniger + Co. AG, Chur
Bauphysik: Kuster Partner AG, Chur
Küchenplaner: gkp-plus Roland Heule, Steinach SG
Landschaftsarchitektur: Schweingruber Zulauf, Zürich
Signaletik: Bodara, Büro für Gebrauchsgrafik, Zürich

Bauleitung
Zindel + Partner Architekten, Maienfeld

Gebäudevolumen
26'900 m3 SIA 116 / 25'200 m3 SIA 416

Energiestandard
Minergie, zertifiziert

Kunst am Bau
Isabelle Krieg, Zürich / Berlin
Mobile «Sonne, Mond und Sterne»

Fotos
Roger Frei, Zürich

Die Arbeitsgemeinschaft Isler Gysel und bhend.klammer Architekten hat kürzlich ein Alterszentrum in Maienfeld fertiggestellt. Die Architekten wählen vier Zeichnungen und zwei Fotos und beantworten unsere fünf Fragen.

Südwestseite mit dem Aussenraum der Cafeteria; im Hintergrund die Altstadt von Maienfeld

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Bau und Betrieb von Altersheimen werden immer komplexer und stehen im Spannungsfeld zwischen medizinischen und finanziellen Optimierungszwängen und dem gesellschaftlichen Anspruch, die Zeit im Altersheim in einer würdevollen Umgebung verbringen zu können. Die skulpturale Form, die räumlich reichhaltige - explizit nicht spitalartige - ringartige Organisation der Pflegegeschosse und die grosse Halle in der Gebäudemitte sind zentrale Punkte der Auseinandersetzung mit der Bauaufgabe und dem Ort.

Situationsplan

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

Das Grundstück nahe dem Bahnhof, den Schulen und der Altstadt mit dem Schloss Brandis liegt im Schnittpunkt verschiedener städtebaulicher Strukturen und weist keine eigentliche Vorder- und Rückseite auf. Die mehrfach geknickte Gebäudeform schafft trotz ihrer Grösse eine angemessene Massstäblichkeit. An dieser zentralen Lage tritt das Gebäude sichtbar als öffentlicher Bau in Erscheinung. Die Halle als wichtigster Raum holt Öffentlichkeit ins Haus hinein, bringt dem Heim und der Gemeinde vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und fördert die Durchmischung der Generationen.

Erdgeschoss mit Halle, Cafeteria, Mehrzwecksaal, Verwaltung, Lingerie und Küche

Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?

Die tragenden Elemente (städtebauliches Konzept, zentrale Halle, Organisation der Obergeschosse) erwiesen sich inhaltlich und räumlich als stark genug und hielten den darauf folgenden Anpassungen stand. Konkret wurde das Haus um ein Geschoss höher und mit einer 5. Station und zusätzlichen 4 Seniorenwohnungen erweitert.

1. Obergeschoss mit zwei Stationen und grosser Terrasse im Südwesten

Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?

Zwei Beispiele dazu: Das kompakte Volumen macht nicht nur städtebaulich und im Grundriss Sinn, es bot genauso gute Voraussetzungen zur Erfüllung der energetischen Anforderungen, der Aufwand für die Minergiezertifizierung blieb vergleichsweise klein.
In Maienfeld haben unterschiedlich strukturierte, gestrichene und ungestrichene Putze Tradition; dementsprechend suchten wir nach einem Wandaufbau, der den nötigen Spielraum für einen «richtigen» Aussenputz zulässt. Eine Kompaktfassade kam für uns aus gestalterischen Gründen (kunststoffvergüteter, allzu feiner Putz) und wegen ihrer schlechten Alterung (Pilz- und Algenproblematik) nicht in Frage. Ein Einsteinmauerwerk (Unipor / Porotherm) und ein mineralischer Dickschichtputz (Röfix) erfüllte alle gestellten Anforderungen.

Querschnitt durch die Halle, Cafeteria und Eingang

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Der Putz! Durch Waschen kamen nach einer kurzen Antrocknungsphase die Zuschlagsstoffe (Glimmer, weisse Sande unterschiedlicher Körnung) wieder zum Vorschein. Je nach Lichtsituation - direktes oder indirektes Sonnenlicht, bedeckter Himmel oder Abenddämmung - wirken Farbe und Beschaffenheit des Putzes immer anders. Dieses Phänomen unterstützt die Plastizität des vielgliedrigen Baus mit seinen unterschiedlich ausgerichteten Fassadenteilen.


Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kritiken!

Dreh- und Angelpunkt im neuen Heim: die Halle

Alterszentrum Bündner Herrschaft
2011

Maienfeld GR

Auftragsart
Offener Wettbewerb (Dominik Isler, Zürich)

Bauherrschaft
Stiftung Alterszentrum Bündner Herrschaft, Maienfeld

Architektur
ARGE Isler Gysel Architekten und bhend.klammer architekten, Zürich
Mitarbeit: Claudia Wunderlich, Kim Sneyders

Fachplaner
Bauingenieur: Edy Toscano AG, Chur
HLKS: Hans Luzi Züst Haustechnik, Grüsch GR
Elektroplanung: Brüniger + Co. AG, Chur
Bauphysik: Kuster Partner AG, Chur
Küchenplaner: gkp-plus Roland Heule, Steinach SG
Landschaftsarchitektur: Schweingruber Zulauf, Zürich
Signaletik: Bodara, Büro für Gebrauchsgrafik, Zürich

Bauleitung
Zindel + Partner Architekten, Maienfeld

Gebäudevolumen
26'900 m3 SIA 116 / 25'200 m3 SIA 416

Energiestandard
Minergie, zertifiziert

Kunst am Bau
Isabelle Krieg, Zürich / Berlin
Mobile «Sonne, Mond und Sterne»

Fotos
Roger Frei, Zürich

Vorgestelltes Projekt

Brooks + Scarpa Architects

Southern Utah Museum of Art (SUMA)

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