Haus in der March

Haus in der March – Eine Wohnlandschaft

24. April 2014



Haus in der March
2013

March SZ

Auftragsart
Direktauftrag

Bauherrschaft
Privat

Architektur
kit | architects eth sia gmbh, Zürich
Roman Loretan, Andreas Schelling, Gianet Traxler

Fachplaner
Tragwerksentwurf: Schnetzer Puskas Ingenieure, Zürich
Elektroingenieur: Adrian Mettler AG, Benken
HL-Ingenieur: Caltronic GmbH, Wildegg
Bauphysik: 3-Plan-Haustechnik AG, Winterthur

Baumanagement
Laterza Graf Baupartner AG, Zürich

Gebäudevolumen
1370 m3

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Baumeister: Implenia Schweiz AG, Siebnen
Fassade: Gadola Bau AG Oetwil am See
Schreinerarbeiten: Kluser + Hehli Innenausbau AG, Altendorf

Fotos
Dominique Marc Wehrli

kit haben kürzlich ein Einfamilienhaus in der March fertiggestellt. Roman Loretan wählt zwei Zeichnungen und fünf Fotos und beantwortet unsere sechs Fragen.

Die skulpturale Qualität des Baus hängt eng mit der inneren Organisation zusammen.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Die Aufgabe bestand darin, ein Haus für eine vierköpfige Familie zu konzipieren. Im Mittelpunkt stand der Wunsch nach einem grosszügigen Wohnraum, welcher Zonen für die unterschiedlichen Aktivitäten des familiären Lebens schafft und räumlich miteinander verknüpft. Diesem Wunsch standen die topographischen Gegebenheiten und eine verhältnismässig kleine Parzelle mit einschränkenden baurechtlichen Vorgaben gegenüber. Aus diesen teils gegensätzlichen Rahmenbedingungen wurde ein Konzept entwickelt, welches den Wohnraum nicht horizontal, sondern vertikal gliedert.

Der Essbereich ist über eine Hebeschiebetüre mit dem Aussenraum verbunden.

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Das Haus befindet sich inmitten eines dicht bebauten Quartiers am Damm eines kleinen Baches. Um auf verschiedenen Ebenen eine Verbindung zum umlaufenden Garten zu schaffen, wurde das Gebäude als Split-Level konzipiert. Dies ermöglicht eine offene Abfolge von Räumen mit unterschiedlichen Intimitätsgraden, Lichtqualitäten und Ausrichtungen. Die Topographie der Umgebung wird künstlich übersteigert und im Innenraum fortgeführt.

Eine breite Treppe verbindet Wohn- und Essbereich und lädt zum Sitzen ein.

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren NutzerInnen den Entwurf beeinflusst?
Die Bauherrschaft hatte von Anfang an klare Vorstellungen vom Raumprogramm und von der Art, wie sie in den Räumen leben würde. Die räumliche Organisation des Hauses ist denn auch stark mit diesen Vorstellungen verknüpft. Mittelpunkt des familiären Lebens bildet eine Wohnlandschaft, welche Zonen auf unterschiedlichen Niveaus offen miteinander verbindet. Eine raumhaltige Wand trennt diesen gemeinschaftlichen Raum von den Schlafzimmern und wird von beiden Seiten durch Einbauten unterschiedlicher Art aktiviert. Einmal pro Niveau wird die Wand durchdrungen. Auf diese Weise schafft sie eine Unmittelbarkeit zwischen der Gemeinschaft der Familie und der Privatsphäre ihrer einzelnen Mitglieder.

Der überhohe Wohnbereich schafft eine grosszügige Atmosphäre.

Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?
Zu Beginn des Entwurfsprozesses wurde eine Reihe von unterschiedlichen konzeptuellen Ansätzen geprüft und mit der Bauherrschaft diskutiert. Die Vorteile des nun ausgeführten Konzepts wurden schnell erkannt. Danach wurde das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft, dem Baumanagement und den Fachplanern weiterentwickelt. Dies führte zu einem kontinuierlichen Projektverlauf, ohne grössere Änderungen.

Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?
Das Projekt widerspiegelt unser Interesse, mit einfachen dreidimensionalen Gebilden komplexe programmatische und räumliche Verknüpfungen zu schaffen.

Konzeptmodell

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?
Die Faszination des Gebäudes liegt im Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien. Die skulpturale Qualität, welche eng mit der räumlichen Organisation zusammenhängt, konnte nur durch das raffinierte statische System aus Stahlbeton erzielt werden, welches zusammen mit Schnetzer Puskas Ingenieure entstanden ist. Der grobkörnige Kellenwurfputz, dessen Kornspitzen mit einer reflektierenden Silberfarbe abgerollt wurden, trägt weiter zur plastischen Wirkung des Hauses bei. Je nach Betrachtungsstandort und Belichtung verändert sich der Ausdruck. Als weiterer integraler Bestandteil sind die Schreinerarbeiten zu sehen, welche zusammen mit dem Sichtbeton die raumhaltige Innenwand bilden.

Grundriss
Schnitt



Haus in der March
2013

March SZ

Auftragsart
Direktauftrag

Bauherrschaft
Privat

Architektur
kit | architects eth sia gmbh, Zürich
Roman Loretan, Andreas Schelling, Gianet Traxler

Fachplaner
Tragwerksentwurf: Schnetzer Puskas Ingenieure, Zürich
Elektroingenieur: Adrian Mettler AG, Benken
HL-Ingenieur: Caltronic GmbH, Wildegg
Bauphysik: 3-Plan-Haustechnik AG, Winterthur

Baumanagement
Laterza Graf Baupartner AG, Zürich

Gebäudevolumen
1370 m3

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Baumeister: Implenia Schweiz AG, Siebnen
Fassade: Gadola Bau AG Oetwil am See
Schreinerarbeiten: Kluser + Hehli Innenausbau AG, Altendorf

Fotos
Dominique Marc Wehrli

Vorgestelltes Projekt

Marc-Olivier Mathez

Schule Stübenhofer Weg

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