New Museum of Ethnography for Geneva

Neues Ethnographisches Museum für Genf

22. Januar 2015

Musée d’ethnographie de Genève MEG
2014

Genf GE

Bauherrschaft
Ville de Genève, Département de construction et de l’aménagement

Architektur
Graber Pulver Architekten AG, Zürich/Bern
Team: Marco Graber, Thomas Pulver; Jonas Ringli, Manuel Gysel (Wettbewerb); Douwe Wieërs (Projektleitung); Raphael Dunant, Dominik Gross, Miyuki Inoue, Arthur Kaiser, Simon Orga, Thais Ribeiro, Jonas Ringli, Sabrina Röder, Katrin Urwyler; Gesa Brink, Roy Gehrig, Stefanie Hoffmann, Daniel Weller, Sylvan Willisch (PraktikantInnen)

Fachplaner
Bauingenieur: Weber + Brönnimann AG, Bern
Landschaftsarchitekt: Hager Partner AG, Zürich
Fassadeningenieur: Mebatech Ingenieurbüro für Metallbautechnik AG, Baden
Gebäudetechnik: Tecnoservice Engineering SA, Marin
Akustik: Grolimund & Partner, Bern
Sicherheitsberater: Protectas SA, Le Grand-Saconnex
Bauphysik: PPLUS sarl, Neuchâtel

Bauleitung
ACAU atelier coopératif d‘architecture et d‘urbanisme, Genf

Gesamtkosten
CHF 63‘490‘000.-

Gebäudekosten
CHF 48‘173‘300.-

Gebäudevolumen
37‘340 m3 (Neubau)

Kubikmeterpreis
CHF 1‘076.-

Energiestandard
Neubau: Minergie
Altbau: zentrale Heizanlage mit drei Luft/Wasser-Wärmepumpen, ergänzt durch einen Gaskessel

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Fassaden: Sottas SA, Bulle
Türen: Delta Türsysteme SA, Zürich
Akustikelemente: Akustik + Raum AG, Olten
Kunststeinelemente: Mardeco SA, Crassier
Schreinerei Innenausbau: J. Bodenmann SA, Le Brassus
Maler/Gipser: Belloni SA, Carouge
Zwischenwände- und Decken: R. Mazzoli SA, Thônex
Gartenarbeiten: Jacquet SA, Genf

Auszeichnung
Immobilienpreis 2014 des Magazins Bilan in der Kategorie Öffentliche Gebäude

Fotos
Leo Fabrizio, Photographe HES
Nicole Zermatten, Ville de Genève

Graber Pulver architects have recently completed the new Museum of Ethnography in Geneva. We asked Marco Graber and Thomas Pulver about it.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?
Das Projekt ist aus städtebaulichen und funktionalen Gründen zum grössten Teil im Untergrund angeordnet. Dem im städtischen Kontext oberirdisch in Erscheinung tretenden Gebäudeteil kommt eine umso wichtigere Bedeutung zu. Es entwickelt durch seine Kontur eine beinahe ikonographische Präsenz im öffentlichen Raum und versucht, über seinen architektonischen Ausdruck auf seinen Inhalt und seine Funktion zu verweisen: ein Museum, in dem den Besuchern Kulturen aus der ganzen Welt vermittelt und nähergebracht werden.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?
Der Neubau soll in seiner Gestalt und seinem architektonischen Ausdruck Assoziationen wecken zu Bauten und Gegenständen fremdländischer Kulturen. Seine Form erinnert an Pagodenbauten aus dem südasiatischen Raum. Seine geometrisch markante Schnittfigur verleiht dem Ethnographischen Museum eine starke Identität im urbanen Kontext von Genf. Es soll dem Passanten bewusst werden, dass sich im Gebäude, ähnlich wie in einer Schatztruhe, viele wertvolle Dinge befinden.

Auch im Gebäudeinneren werden beim Besucher unterschiedliche Assoziationen an fremdländische Raumerfahrungen geweckt. Der dreieckige Schnitt der Bibliothek erinnert an einen Raum in einem Zelt und entwickelt beinahe eine sakrale Atmosphäre, und das Verhältnis von Mauermasse und tief eingeschnittenen Fensteröffnungen lässt nicht nur in diesem Raum der Kontemplation und des Studiums, sondern auch im grossen Abgang vom Foyer in den Ausstellungsbereich an orientale Architekturen denken.

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?
Die Aufgabenstellung im Projektwettbewerb für den Neubau des Ethnographischen Museums im Quartier des Bains in Genf von 2008 war hauptsächlich geprägt von der Problematik, ein sehr grosses und komplexes Raumprogramm innerhalb eines städtebaulich sensiblen Kontextes anzuordnen. Den eigentlichen Befreiungsschlag stellte der Entscheid dar, die drei grossen Ausstellungssäle unterirdisch anzuordnen. Dies erlaubt einerseits, das verbleibende oberirdische Volumen massstabsgerecht in den bestehenden Kontext einzubinden, und gleichzeitig, die Ausstellungsflächen als Blackbox auszubilden und nebeneinander anzuordnen.

Das verbleibende oberirdische Volumen bildet zusammen mit dem alten Museumsgebäude und dem bestehenden Schulgebäude Carl-Vogt ein Ensemble um eine gegenüber dem Strassenraum leicht erhöhte Esplanade über den unterirdisch angeordneten Räumlichkeiten des Museums.

Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?
Durch die Verlegung eines Grossteils der Räumlichkeiten in den Untergrund kann dem Museum in Zukunft für die Konzeption der Ausstellungen ein Maximum an szenographischer Freiheit gewährt werden. Die Deckenplatte des ersten Untergeschosses ruht nicht auf Stützen, sondern ist an den tragenden Querwänden des darüber liegenden Geschosses aufgehängt. Dadurch können die drei Ausstellungssäle mit Technik-, Archiv- und Versammlungsräumen zu einem grossen, stützenfreien Saal verbunden werden.

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?
Die Fassaden- und Dachflächen bestehen aus anodisierten Aluminiumplatten, welche eine rautenförmige Einteilung der Gebäudehülle mit unterschiedlichen Formaten und facettierten Flächen erlauben.

Die ausgeklügelte Einteilung der Elemente mit unterschiedlichen Neigungen beginnt feingliedrig an der leicht überhängenden Fassade Rue des Bains und setzt sich nach dem einwärts geneigten Flachdach mit Glasoberlichtern in der Dachfläche mit grossen Rautenformen fort. Die Firstkante erscheint durch die Schnittlinien der Metallflächen in einer leicht gezackten Form. Imposant ist die Dachfläche, die gleichzeitig eine Fassade ist, welche bis zum spitz ausladenden Vordach reicht.

Situation
Grundriss
Schnitt

Musée d’ethnographie de Genève MEG
2014

Genf GE

Bauherrschaft
Ville de Genève, Département de construction et de l’aménagement

Architektur
Graber Pulver Architekten AG, Zürich/Bern
Team: Marco Graber, Thomas Pulver; Jonas Ringli, Manuel Gysel (Wettbewerb); Douwe Wieërs (Projektleitung); Raphael Dunant, Dominik Gross, Miyuki Inoue, Arthur Kaiser, Simon Orga, Thais Ribeiro, Jonas Ringli, Sabrina Röder, Katrin Urwyler; Gesa Brink, Roy Gehrig, Stefanie Hoffmann, Daniel Weller, Sylvan Willisch (PraktikantInnen)

Fachplaner
Bauingenieur: Weber + Brönnimann AG, Bern
Landschaftsarchitekt: Hager Partner AG, Zürich
Fassadeningenieur: Mebatech Ingenieurbüro für Metallbautechnik AG, Baden
Gebäudetechnik: Tecnoservice Engineering SA, Marin
Akustik: Grolimund & Partner, Bern
Sicherheitsberater: Protectas SA, Le Grand-Saconnex
Bauphysik: PPLUS sarl, Neuchâtel

Bauleitung
ACAU atelier coopératif d‘architecture et d‘urbanisme, Genf

Gesamtkosten
CHF 63‘490‘000.-

Gebäudekosten
CHF 48‘173‘300.-

Gebäudevolumen
37‘340 m3 (Neubau)

Kubikmeterpreis
CHF 1‘076.-

Energiestandard
Neubau: Minergie
Altbau: zentrale Heizanlage mit drei Luft/Wasser-Wärmepumpen, ergänzt durch einen Gaskessel

Massgeblich beteiligte Unternehmer
Fassaden: Sottas SA, Bulle
Türen: Delta Türsysteme SA, Zürich
Akustikelemente: Akustik + Raum AG, Olten
Kunststeinelemente: Mardeco SA, Crassier
Schreinerei Innenausbau: J. Bodenmann SA, Le Brassus
Maler/Gipser: Belloni SA, Carouge
Zwischenwände- und Decken: R. Mazzoli SA, Thônex
Gartenarbeiten: Jacquet SA, Genf

Auszeichnung
Immobilienpreis 2014 des Magazins Bilan in der Kategorie Öffentliche Gebäude

Fotos
Leo Fabrizio, Photographe HES
Nicole Zermatten, Ville de Genève

Vorgestelltes Projekt

Marc-Olivier Mathez

Schule Stübenhofer Weg

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