In neuem Glanz

akkurat bauatelier und DUO Landschaftsarchitektinnen
5. Dezember 2019
Das 50-Meter-Becken und der Musikpavillon vor der eindrücklichen Bergkulisse (Foto: David Bühler)

akkurat bauatelier und DUO Landschaftsarchitekten haben gemeinsam das historische Freibad «Gruebi» von Beda Hefti in Adelboden saniert. Architekt Martin Reutimann erklärt das Projekt und stellt sich unseren Fragen.

Name des Bauwerks Sanierung Freibad «Gruebi», Adelboden 
Ort Risetensträssli, 3715 Adelboden, BE
Nutzung Freibad
Auftragsart Einladungsverfahren
Bauherrschaft Gemeinde Adelboden 
Architektur akkurat bauatelier, Thun, BE: Daniel Büschlen, David Bühler, Martin Reutimann
Fachplaner Landschaftsarchitekt: DUO Landschaftsarchitekten Sarl, Lausanne, VD | Restauratoren: Roger Tinguely, Steffisburg, BE und Maja Fluri, Bellach, SO | Statik: EMCH + BERGER AG, Spiez
, BE | Schwimmbadbau: Beck Schwimmbadbau AG, Winterthur, ZH | Elektroplanung: elektroplan Buchs & Grossen AG, Frutigen, 
BE
Jahr der Fertigstellung 2019
Gesamtkosten BKP 1-9 CHF 4,7 Mio.
Fotos David Bühler, Zürich
Das Kinderbecken mit Laubengang, im Hintergrund der Musikpavillon (Foto: David Bühler)
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Wir haben das Schwimmbad «Gruebi» als schlafende Schönheit angetroffen, etwas ungepflegt und unter einigem Unrat versteckt. Allgemein waren die Bauten der Anlage in schlechtem Zustand und teils sogar einsturzgefährdet. Ziel der Sanierung war, dem Bad seine eigentliche Qualität und Einmaligkeit wiederzugeben. Den Projektfortschritt erlebten wir quasi als Reise zurück in der Zeit: Der ursprüngliche Zustand in seiner ganzen Pracht wurde nach und nach entdeckt und freigelegt.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Natürlich einzig das ursprüngliche Bad von Beda Hefti aus dem Jahr 1931. Dank gut erhaltener Originalpläne und einiger Fotos sowie ausführlicher Sondagen konnte ermittelt werden, wie das Bad vor fast 90 Jahren tatsächlich ausgesehen hat. Daran haben wir uns orientiert, haben die bauzeitliche Substanz erhalten und restauriert, über die Zeit verlorene Elemente rekonstruiert und bei der Gestaltung von Ergänzungen primär auf die Gesamtwirkung der Anlage geachtet.

Das Schwimmbecken, der neue Sprungturm und das Garderobengebäude (Foto: David Bühler)
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

Wie alle seine Bäder hat Beda Hefti auch das «Gruebi» äusserst sorgfältig aus der Topographie des Ortes heraus entwickelt. Die Aufgabe, ein 50-Meter-Schwimmbecken und alle weiteren Nutzungen eines Schwimmbades ins steile Gelände von Adelboden zu integrieren, hat er meisterhaft gelöst. An uns war es, die präzise Modellierung des Terrains wiederherzustellen und Anpassungen, zum Beispiel infolge heutiger Anforderungen wie Barrierefreiheit, ebenso sorgfältig einzubetten.

Blick vom neuen Sprungturm (Foto: David Bühler)
Das Freibad «Gruebi» aus der Vogelperspektive (Foto: Mera Film)
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?

Das Objekt und sein Schutzstatus liessen nicht viel Spielraum bei der Ausarbeitung des Projekts, oft gab es schlicht nur eine richtige Lösung. Interessant war aber der Wandel in der Wahrnehmung vieler Projektbeteiligter – von anfänglicher Skepsis gegenüber dem Denkmal und der dadurch oft definierten Vorgehensweise, die als Einschränkung empfunden wurde, über Begeisterung, hervorgerufen durch wachsendes Verständnis, bis hin zu Kompromisslosigkeit bei der Umsetzung. Am Ende waren sich alle einig, genau das Richtige zu tun.

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Eine ausführliche Farbuntersuchung hat ergeben, dass Beda Hefti Mineralfarben des KEIM-Farbenblocks von 1928 gewählt hat, um die einzigartige Farbigkeit des «Gruebi» zu schaffen. Diese Farben sind heute wieder erhältlich, und diesem Umstand ist es zu verdanken, dass das Bad heute in exakt den gleichen Farben erstrahlt wie zu seiner Bauzeit.

Zugangspavillon des «Gruebi» in originaler Farbigkeit (Foto: David Bühler)
Übersichtsplan der Anlage

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