Muzeum Susch

Chasper Schmidlin mit Lukas Voellmy
22. Mai 2019
Dem ehemaligen Kühlturm wurde ein grosses Oberlicht aufgesetzt. (Foto: Conradin Frei)

Chasper Schmidlin und Lukas Voellmy haben ein neues Kunstmuseum im Engadin fertiggestellt. Sie gestalteten dafür ein Ensemble aus mehreren alten Bauten in Susch um. Die beiden Architekten stellen sich unseren Fragen.

Nutzung Kunstmuseum
Ort Surpunt, Susch, 7542, GR
Auftragsart Direktauftrag
Bauherrschaft Grazyna Kulczyk
Architektur Chasper Schmidlin (Schmidlin Architekten, Zürich) mit Lukas Voellmy (LUVO Architekten, Zürich) | Mitarbeiter*innen: Pascal Schneuwly, Andrea Steiger, Larissa Müllner, Lisa Mäder, Henrik Månsson, Amelie Mai Nguyen, Hubert Holewic, Sandra Sánchez Gañete, Nadinka Guscetti, Roger Berchtold 
Fachplaner Bauingenieur: Jon Andrea Könz, Zernez, GR | Lichtplaner: CH Keller Design AG, SG | Sanitärplanung: Jürg Bulach, Champfèr, GR | HLK Planer: Kalberer + Partner AG, Bad Ragaz, SG | Elektroplaner: Capaul Engineering AG, Thusis, GR | Geologe: SC+H Sieber Cassina + Handke AG, Chur, GR
Bauleitung Bulfoni Bauleitung GmbH, Scuol, GR | Ingenieurbüro B. E. Birchler, Zernez, GR | Cajacob Baumanagement GmbH, Pontresina, GR
Jahr der Fertigstellung 2018
Fotos Conradin Frei
Sicht auf das historische Dorfzentrum von Susch mit dem neuen Museum. (Foto: Conradin Frei)
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Mehrere Gebäude, deren Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, sollten in ein zeitgemässes Museum umgebaut und dafür erweitert werden. Der Komplex besteht aus Industriebauten einer ehemaligen Bierbrauerei und zwei mittelalterlichen Bauernhäusern. Zusammen mit der benachbarten Kirche bilden sie ein kleines Ensemble, welches historisch verknüpft ist.

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

Die Gebäude stehen im Herzen einer alten Dorfstruktur des Engadins. Für den Umbau und die Erweiterung mussten wir architektonisch ein Strategie finden, welche einerseits den geschützten historischen Bestand konserviert wie stärkt und gleichzeitig Räume schafft, welche den Anforderungen eines heutigen Museumsbetriebs gerecht werden.

Im Kontrast zu den alten Mauern wurde die Brauerei unterirdisch um flexible Ausstellungshallen erweitert. (Foto: Conradin Frei)
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?

Das Raumprogramm und die inhaltliche Ausrichtung des Museums hat sich während dem Entwurfsprozess und selbst noch während der Ausführung erst konkretisiert. Wir standen in einem konstanten Dialog mit der Bauherrschaft.

Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?

Das erste Projekt befand sich ausschliesslich in den Gebäuden der alten Bierbrauerei, welche im 19. Jahrhundert erstellt worden waren. Später kamen zwei weitere Häuser hinzu, was uns erlaubte, das Programm auf mehrere Objekte zu verteilen. Gleichzeitig wollten wir Strategien finden, um die Gebäude räumlich und architektonisch miteinander zu verknüpfen.

Die alten Kühlkeller der Brauerei wurden zu Ausstellungsräumen. (Foto: Conradin Frei)
Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Die bestehenden Gebäude sind direkt auf den Fels gebaut, was für den Entwurf und die Ausführung prägend werden sollten. Die Kellergewölbe sind teilweise direkt aus dem Amphibolit – so heisst dieses harte Gestein – herausgeschlagen worden. Für die Erweiterung mussten 900 Tonnen Fels aufwendig gesprengt und abgeführt werden. Ein Teil des Gesteins haben wir den Hartbetonböden beigemischt, was diesen eine grünlich schimmernde Farbe verleiht. Teilweise ist der rohe Fels innerhalb des Gebäudes zudem sichtbar. Die neuen Ausstellungsräume treten aussen durch Trockenmauerfassaden in Erscheinung. Für diese kam wiederum das selbe Gestein zur Anwendung. Sie gliedern den Hang und verbinden die bestehenden Gebäude so mit der umgebenden Landschaft.

Grundriss Erdgeschoss
Querschnitt

Vorgestelltes Projekt

Mecanoo

Eurojust (EU agency)

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